Auf einem aus duftigen Kräutern und darüber gelegten Fellen hergerichteten Sitz saßen Inez und Ellen, bleich und angegriffen, aber ergeben in ihr Geschick. Eine dritte weibliche Gestalt kauerte ein wenig abseits, eine junge Indianerin, Tachechana, bisher das Lieblingsweib Mahtorees.
Ohne die letztere zu beachten, trat der Häuptling vor Inez hin und betrachtete die schöne Spanierin mit bewundernden Blicken. Dann wendete er sich an den neben ihm stehenden Trapper.
„Singe in das Ohr Dunkelauges,“ begann er. „Sage ihr, Mahtorees Wigwam ist groß, aber er ist nicht voll. Sie soll einen Platz darin haben und die Größte sein. Der anderen, dem Lichthaar, sage, daß auch sie in dem Wigwam des Häuptlings bleiben soll und von seinem Wildbret essen. Mahtoree ist ein großer Häuptling, seine Hand ist stets offen.“
Der Greis zögerte; er fürchtete sich, den armen Geschöpfen eine solche Botschaft zu bringen. Ellen aber hatte aus des Wilden Blicken und Gebärden dessen Absicht halb erraten.
„Spart Euren Atem,“ sagte sie schnell, als der Trapper sich eben zu reden anschickte. „Die Worte dieses Heiden sind nicht geeignet für das Ohr einer christlichen Dame.“
„Meine Töchter bedürfen der Ohren nicht, um den großen Dakota zu verstehen,“ sagte der Trapper zu dem Häuptling. „Sie blickten ihn an, und sie verstanden ihn. Sie wünschen über seine Rede nachzudenken; möge Mahtoree sie eine Zeit allein lassen.“
Überzeugt, daß der Bescheid nur zu seinen Gunsten lauten würde, nickte der Häuptling gnädig seine Zustimmung und wendete sich, die Hütte zu verlassen. Da trat ihm mit schmerzbewegtem Antlitz Tachechana entgegen, ihren kleinen Knaben auf dem Arm haltend. Sie blickte ihn flehend an und wollte eben den Mund öffnen; er aber schob sie rauh zur Seite.
„Geh!“ sagte er. „Die Krieger rufen nach Mahtoree; er hat kein Ohr für ein Weib!“
Und dem Trapper winkend, schritt er mit stolzem Anstande hinaus.
Kaum im Freien angelangt, sah er sich der Hünengestalt Ismaels gegenüber, der mit Esther und Abiram vor dem Wigwam gewartet hatte.