„Hartherz hat sich von innen und von außen beschaut. Er hat seine Taten im Kriege und auf der Jagd erwogen. Er ist überall derselbe. Er kennt keinen Wechsel. Er ist in allen Dingen ein Pawnee. Er hat so viele Tetons erschlagen, daß er nimmermehr in ihren Wigwams essen darf. Seine Pfeile würden rückwärts fliegen, seine Lanze trüge die Spitze am unrechten Ende. Kennen die Tetons einen Loup? Mögen sie ihn betrachten. Sein Haupt ist bemalt, sein Arm ist Fleisch, aber sein Herz ist Stein. Wenn die Tetons die Sonne im Abend, hinter den Felsengebirgen, aufgehen und im Morgen, über dem Lande der Bleichgesichter, untergehen sehen, dann wird das ‘Harte Herz’ erweichen und ein Sioux werden. Bis dahin aber wird er als Pawnee leben und sterben!“

Entzücken, Bewunderung, Blutgier und Rachsucht vereinigten sich in dem Geschrei, das aus der Menge der Sioux jetzt emporstieg. Der Pawnee wartete, bis man ihn wieder vernehmen konnte, dann schaute er freundlich den alten Krieger an, der so gern sein Wohltäter geworden wäre.

„Möge mein Vater sich auf das Reh der Dakotas lehnen,“ sagte er mit sanfter Stimme. „Noch ist sie schwach, wenn aber ihr Wigwam sich mit Kindern füllt, wird sie Kraft gewinnen. Sieh,“ fuhr er fort, auf den Trapper zeigend, der ein aufmerksamer Beobachter dieses Vorgangs war, „Hartherz ist nicht ohne ein graues Haupt, das ihm den Pfad zu den glücklichen Prärien weisen kann. Hat er jemals einen anderen Vater, so wird dies jener gute und gerechte Krieger sein.“

Enttäuscht wendete Le Balafré sich ab; wankenden Schrittes näherte er sich dem Trapper, denselben genauer zu beschauen.

„Das Haupt meines Bruders ist sehr weiß,“ sagte er nach langer Musterung der dunkeln, verwitterten Züge des alten Wald- und Prärieläufers; „das Auge Le Balafrés aber gleicht nicht mehr dem des Adlers. Von welcher Farbe ist die Haut meines Bruders?“

„Der Wakonda schuf mich weiß wie jene dort, die auf den Spruch der Dakotas warten,“ antwortete Nathaniel Bumppo; „das Wetter aller Art aber färbte meine Haut mit der Farbe des Fuchsfells.“

„Mein Bruder ist ein Langmesser! Warum ist er zu den Rothäuten gekommen, sich einen Sohn zu suchen?“

Der Trapper legte einen Finger auf die nackte Brust des alten Kriegers und blickte angelegentlich in das narbenvolle Gesicht desselben.

„Das geschah, um dem Knaben Gutes zu erweisen,“ antwortete er, „nicht, um an ihm eine Stütze meines Alters zu haben. Ich machte ihn zu meinem Sohn, ihm selber zum Troste, damit er jemand zurücklasse, wenn deine Genossen, die Sioux, ihre blutgierigen Absichten gegen ihn ausgeführt haben werden ... Ruhig, Hektor, ruhig, Hundchen! Sind das Manieren, zu winseln, wenn Grauköpfe miteinander reden? Der Hund ist alt, Teton, und wenn auch gut erzogen, so vergißt er doch zuweilen, wie wir selber ja auch, das in der Jugend Erlernte.“