Endlich, wie um das Vertrauen des Gegners völlig zu gewinnen, warf Mahtoree den Schild über die Schulter und machte eine Gebärde der Begrüßung.

„Laß die Pawnees auf die Hügel steigen,“ so begann er. „Sie werden dann sehen, daß die Prärie vom Aufgang bis zum Niedergang sehr groß ist. Warum können die roten Männer mit ihren Dörfern nicht Raum darauf finden?“

„Ist je ein Krieger der Loups zu den Tetons gekommen, um Raum für seinen Wigwam zu erbitten?“ entgegnete der junge Pawnee stolz und verächtlich. „Wenn meine jungen Männer jagen wollen, lassen sie dann erst Mahtoree fragen, ob Sioux auf der Prärie sind?“

„Wenn der Hunger in die Hütte eines Kriegers einkehrt, dann schaut er nach dem Büffel aus, der ihm zur Nahrung gegeben ist,“ versetzte der Teton, mühsam seinen inneren Grimm bekämpfend. „Der Wakonda schuf mehr Büffel als Indianer. Er sagte nicht, dieser Büffel gehört einem Pawnee, der einem Dakota, dieser Biber einem Konza, jener einem Omahow. Nein, er sagte, ihrer sind für alle genug. Ich liebe meine roten Kinder und habe ihnen große Reichtümer gegeben. Das schnellste Pferd braucht viele Tage von den Dörfern der Loups zu denen der Tetons. Die Erde hat Raum für alle, die ich liebe. Warum aber sollen die roten Männer ihre Brüder bekriegen?“

Hartherz, der ebenfalls den Schild zurückgeworfen hatte, setzte seine Lanze auf den Boden und stützte sich leicht auf das obere Ende derselben.

„Sind die Tetons der Jagd und des Kriegspfades müde?“ fragte er mit spöttischem Lächeln. „Wollen sie das Wildbret nur essen, nicht auch töten? Wollen sie ihr Haar wachsen lassen, damit der Feind keine Skalplocke mehr findet? Geh'! Ein Pawnee wird sich unter solchen Sioux-Squaws niemals ein Weib suchen!“

Wut und grimmigster Haß leuchteten wie lohende Blitze bei dieser Beleidigung aus Mahtorees Augen, allein noch einmal bezwang sich der tückische Häuptling.

„Der große Krieger der Pawnees ist noch jung,“ versetzte er. „Mahtoree hat mehr Winter gesehen als sein Bruder. Wenn die roten Männer einander töten, wer soll später Herr der Prärie sein? Höre die Worte der greisen Krieger. Sie erzählen, wie vor langer Zeit viele Indianer aus den Wäldern unter der aufgehenden Sonne in die Prärie gekommen sind, weil die Langmesser sie aus ihren Jagdgründen vertrieben hatten. Wo ein Bleichgesicht sich zeigt, da muß der rote Mann weichen. Das Land ist zu eng. Die Langmesser sind ewig hungrig. Sieh, dort sind sie schon.“

Er deutete auf die Zelte Ismaels, die auf der jenseitigen Höhe sichtbar waren.

Hartherz sann eine Weile nach.