„Laß ihr ihren Willen, Vater,“ raunte Esther ihm zu. „Er, der sie vielleicht zum Bleiben bewogen hätte, schläft im kühlen Grunde.“

„Ellen mag selber entscheiden,“ versetzte der Squatter.

Das junge Mädchen trocknete die Augen. „Ihr habt mich aufgenommen, als sonst niemand von der vaterlosen Waise etwas wissen wollte, und dafür erflehe ich für Euch des Himmels reichsten Segen,“ sagte sie innig. „Ich kann Eure Güte niemals vergelten. Das wilde Leben der Grenzer wird mir nie zusagen; dennoch hätte ich freiwillig bei Euch ausgehalten, wenn Ihr diese arme Lady ihren Angehörigen nicht geraubt hättet. Seit der Zeit —“

„Das war eine schlechte Tat, die nun gesühnt werden soll und die ich bereue,“ erwiderte der Emigrant. „Nun sage mir aber, willst du hierbleiben oder nicht?“

„Ich habe der Lady Inez versprochen, sie zu begleiten; nach allem, was sie erleiden mußte, hat sie wohl das Recht, zu verlangen, daß ich ihr mein Wort halte,“ antwortete Ellen mit niedergeschlagenen Augen.

„Nehmt dem jungen Mann die Fesseln ab,“ befahl Ismael. Dann rief er alle seine Söhne heran. „Da, Ellen,“ sagte er, auf die jungen Riesen deutend, „wähle; mehr habe ich dir nicht anzubieten.“

Ellens Blick glitt scheu über die Gesichter ihrer Vettern, auf dem Antlitz des ganz verdutzt dreinschauenden Paul aber blieb er haften. Im nächsten Moment lag sie an des Bienenjägers Brust.

„Na, meinetwegen,“ brummte der Squatter, seine Söhne zur Seite winkend. „Nimm ihn in Gottes Namen und meinen Segen dazu. Ihr aber, junger Mann, sorgt dafür, daß ich keine Klage von ihr über Euch höre ... Ich hoffe nun, alles zur Zufriedenheit eines jeden erledigt zu haben. Nur noch eine Frage habe ich an den Hauptmann. Wollt Ihr mit mir nach den Ansiedlungen ziehen oder nicht?“

„Ich höre, daß meine Soldaten bei den Pawneedörfern nach mir suchen,“ antwortete der Offizier. „Ich beabsichtige daher, diesen Häuptling dorthin zu begleiten.“

„Gut; macht Euch auf den Weg, und je eher je besser. Da unten im Grunde sind Pferde in Menge; wählt Euren Bedarf aus.“