„Ich kann mich nicht eher von hier entfernen, bis jener alte Mann, der fast ein halbes Jahrhundert hindurch der Freund meines Hauses war, ebenfalls in Freiheit gesetzt ist,“ antwortete Middleton. „Was hat er verbrochen, daß Ihr ihn so in Banden haltet?“

„Mit dem Alten habe ich mich in einer Angelegenheit abzufinden, in die sich ein Offizier der Staaten am besten nicht einmischt,“ entgegnete der Squatter finster und abweisend. „Macht, daß Ihr fortkommt, solange der Weg Euch noch offen ist.“

„Der Mann gibt Euch ehrlichen Rat,“ nahm jetzt der Trapper das Wort. „Die Sioux sind zahlreich und blutgierig, und niemand kann wissen, wie bald sie wieder ausschwärmen, um Rache zu nehmen. Darum rate auch ich Euch, geht so bald als möglich, ehe die Gefahren der Prärie Euch in Not bringen.“

„Ich handelte nicht nur undankbar, sondern auch gegen Pflicht und Gesetz, wenn ich den Trapper in Euren Händen ließe, selbst wenn er selber damit einverstanden wäre,“ sagte Middleton zu Ismael. „Nennt mir sein Verbrechen.“

„Genügt Euch nicht, wenn ich sage, daß er reichlich verdient hat, was ihm zugedacht ist?“

„Ich kann ihm nichts Böses zutrauen.“

„Nun, so seht her!“ rief der Squatter, dem Hauptmann die Kugel hinhaltend, die man am Leibe des toten Asa gefunden hatte. „Mit diesem Stückchen Blei hat er meinen ältesten Sohn hinterrücks niedergestreckt und ermordet!“

„Das glaube ich nimmermehr!“ versetzte der Hauptmann in heftigem Unwillen. „Es sei denn, daß er in der Notwehr handelte. Er wußte um den Tod Eures Sohnes, wie ich bezeugen muß; daß er an dem jungen Manne aber ein Verbrechen begangen, das kann ich nur glauben, wenn er selber sich dazu bekennt.“

„Ich habe lange gelebt,“ begann der Trapper, als keiner der anderen mehr redete, „und viel Böses mußte ich mit ansehen. Aber ich denke, es ist keine Prahlerei, wenn ich sage, daß, obgleich meine Hand oft gezwungen war, gegen Bosheit und Unterdrückung zu kämpfen, sie doch nie einen Streich geführt hat, dessen ich mich dereinst vor dem ewigen Richter, der doch weit mächtiger ist als dieser hier, zu schämen hätte.“

„Wenn mein Vater einem seines Stammes das Leben genommen hat,“ nahm der junge Pawnee das Wort, dessen schneller Blick bald erkannt hatte, um was es sich handelte, „dann möge er sich wie ein Krieger dem Freunde des Gefallenen ausliefern. Er ist zu gerecht, um gebunden zur Sühne geführt zu werden.“