„So dachte auch mein Sohn Asa,“ versetzte der Squatter, indem er zugleich durch eine Gebärde den Wagen, der seiner Frau und den Mädchen zum Aufenthalt diente, weiterfahren hieß. Darauf untersuchte er bedächtig das Pulver auf der Pfanne seiner Büchse. „Mit dem Schießgewehr hast du meinen Sohn ermordet, es ziemt sich daher, daß du mit derselben Waffe gerichtet wirst.“
Wild, halb blödsinnig vor Entsetzen, starrte Abiram um sich. Keine Miene auf den Gesichtern der jungen Männer verriet deren innere Empfindungen; auf den Zügen seines Schwagers gewahrte er nur kalte, furchtbare Entschlossenheit.
„Bruder,“ stieß er heiser hervor, „habe ich recht gehört?“
„Meine Worte waren verständlich, Abiram White. Du hast einen Mord begangen und dafür mußt du sterben.“
„Wo ist Esther?“ schrie jetzt der Elende. „Schwester! Schwester! Wo bist du? O Schwester, komm mir zu Hilfe!“
„Ich höre eine Stimme aus dem Grabe!“ entgegnete Esther tonlos, während der Wagen an der Gruppe der Männer vorbeifuhr. „Es ist meines Sohnes Stimme, die Gerechtigkeit fordert. Gott sei deiner Seele gnädig!“
Verzweifelnd sank Abiram auf die Knie; wahnwitzig vor Angst winselte er um Aufschub, erst um eine Woche, dann um einen Tag, endlich nur um eine Stunde. Der Vorsatz des Squatters wurde endlich wankend.
„Abner,“ gebot er, „steige auf den Felsen und schau dich um, ob Menschen in der Nähe sind.“
Während der junge Mann diesen Befehl ausführte, kam eins der Mädchen herbeigelaufen und brachte einen Teil des heiligen Buches, das Esther so sorgsam aufbewahrt hatte. Der Squatter schickte das Kind zurück und legte die Blätter in die Hände des Verurteilten.
„Das sendet deine Schwester,“ sagte er, „damit du in deinen letzten Augenblicken dich deines Herrgottes erinnern mögest.“