[6] Vers 236.
Antwerk war ein Wurfgeschütz, aus welchem Steine von bedeutender Schwere, ja auch zuweilen Schwefelfeuer nach den Erkern, und auf die Häuser der Veste geworfen wurden. (Ueber diese und die folgenden Kriegswerkzeuge des Mittelalters, siehe: Schachts vortreffliches Werk über Hornecks Reim-Chronik, Mainz 1821, S. 388.)
[7] Vers 238.
Katzen nannte man die mit Erde gedeckten Werke, welche inwendig mit Stoßbäumen versehen, nach Ausfüllung der Gräben, bis an die Mauern vorgeschoben wurden, und gegen welche man sich durch Minen, und Geschosse von den Mauern herab, zu wehren suchte. S. oben.
[8] Vers 245.
Ebenhoch hießen eine Art Thürme, die, wahrscheinlich auf Rädern, an die Mauern geschoben, verschiedene Geschosse in die Veste zu schleudern, dienten. Ihr Nahme zeigt, daß sie hoch genug waren, um das Innere der ummauerten Städte und Vesten übersehen zu können. S. oben.
[9] Vers 297.
Dem Verfasser der berühmten Reim-Chronik, die zuerst von dem gelehrten Benediktiner von Melk, Hieronymus Pez, im Jahre 1745 zum Druck befördert ward, hat Lazius Comment. Geneal. p. Auster. 233 außer dem Nahmen Ottakcher (Ottokar), den er sich selber R. Chr. Cap. 177 beilegt, unbekannt aus welcher Quelle, auch den von Horneck, aufgefunden. Er lebte unter Rudolphs I. und Albrechts I. Zeiten; war in Steyermark geboren; hatte den berühmten Meistersänger Kunrad von Rotenberg, der vorher an Manfreds Hofe lebte, zum Lehrmeister; stand, man weiß nicht, in welcher Eigenschaft, im Gefolge Ulrich und Otto Lichtensteins; wohnte der Marchfelder Schlacht 1278 bei, und starb erst nach dem Jahr 1309, da er noch von dem Aufruhr einiger aus dem Adel, und der Wiener Bürger, gegen Friedrich den Schönen spricht, und damit sein Werk beschließt. Die Reim-Chronik Hornecks, die mit dem Tode Friedrichs II. röm. Kaisers beginnt, und um das Jahr 1309 der Regierung Friedrich des Schönen endet, enthält über 83,000 kurze gereimte Verse in 830 Capiteln.
Ein anderes noch ungedrucktes Werk Hornecks: Von den Monarchen und Kaisern der Welt bis auf Friedrich II. röm. Kaiser, in ähnlichen Versen verfaßt, ist im Besitze der k. k. Hofbibliothek zu Wien. (Siehe die Vorerinnerungen des Hieronymus Pez zu Hornecks Reim-Chronik in seinem Werke: Scriptores rerum Austriacarum III. Band; und obiges treffliche Werk: Aus- und über Ottokars von Horneck Reim-Chronik, von Th. Schacht, Mainz 1821.)