Ulrich von Lichtenstein, aus der steyerischen Linie der Lichtensteine — ein trefflicher Ritter und Minnesänger zugleich, der die beiden merkwürdigen Gedichte: Frauendienst, und: Ytwitz oder der Frauen Puech, verfaßte, mag kurz vor der Marchfelder Entscheidungsschlacht gestorben seyn. Das erstere Werk enthält ein prächtiger Codex in München, und wurde herausgegeben durch Ludwig Tieck. Stuttgart und Tübingen in der J. G. Cotta’schen Buchhandlung 1812. Das zweite befindet sich in der Ambraser Sammlung zu Wien, Bl. 220-225 noch ungedruckt. (S. die Beschreibung Primißers — Seite 279.)
[Eilfter Gesang.]
[1] Vers 38.
Siehe oben Anmerkungen zum dritten Gesang [8] Vers 308.
[2] Vers 73.
Was hier von den Vorbereitungen zur Schlacht, als: von der Feier des Abendmahls im Lager; von der Beicht’ und Communion, und weiter unten: von dem Mustern der Gurt’ und Steigbügel; von den Aufträgen, welche die Ritter im Fall, daß sie dem Feinde erlägen, an ihre Daheimgebliebenen den Knappen ertheilen; von dem Zusammenhalten der Freunde in der Schlacht u. s. w. gesagt wird, ist durchaus der damaligen Rittersitte gemäß, und in Hornecks Reim-Chronik Cap. 147, 329, 330 und 530 begründet.
[3] Vers 135.
Die ausgezeichnetsten Ritter wetteiferten um den Vorzug, das Hauptbanner, oder die Sturmfahn, dem Herrscher selber in der Schlacht vorzutragen. Horneck Reim-Chronik C. 148.