»Weißt du was?« unterbrach er sie zwischen Aal und Rehrücken. »Wollten nicht Fräulein Wilten und ihr Vetter in dieser Woche kommen?««
»Ja – sie fragten an, welchen Tag es uns passe.«
»So schreib ihnen doch, sie möchten Sonnabend kommen. 's geht schon in einem Aufwaschen hin – und es macht sich besser, weißt du.«
»Hm.«
»Bist ja so einsilbig, Lieseken?«
Lieselott zuckte die Achseln. »Was soll ich groß dazu sagen? Meine Meinung kennst du.«
»'s ist wirklich 'n nettes Mädel. Und Knöppe hat sie auch.«
»Aber zum Flirten zu schade, das merke dir! Wie Unzählige hast du schon ›nett‹ und ›lieb‹ gefunden – eine sogar ›herzig‹. Ach, Dicker, wenn du doch endlich mal Ernst machen wolltest! Ich hab's manchmal so satt und der Vater wird auch alle Tage älter und brauchte mich daheim.«
»Wollen sehen, was sich tun läßt. Also schreib nur, hörst du? Sie gefällt mir wirklich recht gut. Und die Aussichten wären nicht schlecht, hör' mal. Reuter wußte gut Bescheid. Einige Sechzigtausend hat sie jetzt schon, und mindestens Vierzig kriegt sie noch mal von dem Großalten. Hunderttausend – hab' ja immer gesagt, billiger tu' ich's nicht.« Er dehnte sich – »au, mein Schädel! Ich leg' mich jetzt drei Minuten aufs Ohr, sonst halt' ich's nicht aus. Nachher auteln wir irgendwohin.«
»Fällt mir nicht ein. Und dir wär's auch besser, du bliebest daheim und brächtest mal deine Bücher in Ordnung.« Sie wollte an ihm vorbeigehen, da hielt er sie am Schürzenzipfel fest.