Kärlchen tat erst seelenruhig einen neuen Biß nach rechts und links und schüttelte dann sein mächtiges Haupt.
»Ja, Kinder, an euch hab' ich, ehrlich gestanden, nicht gedacht. 's hätt' auch nichts genützt, dies waren die letzten.«
Was half's, daß wir mit Schelten und Lachen über ihn herfielen, Kärlchens schöne Ruhe blieb unerschütterlich, und währenddes verschwand auch der letzte Rest von Wurst und Brötchen zwischen seinen prachtvollen Zähnen.
Der Wiener hatte ihm unverwandt, aufmerksam, beinah andächtig zugesehen. Dann nickte er.
»Also Sie sind der gemeinsame Mann? Ja, dös glaub' i gern, daß Sie das Kunststück fertig bringen,« sagte er voll aufrichtiger Bewunderung.
Nachdem der Sturm unserer von Hunger und Durst aufgestachelten Empörung sich einigermaßen gelegt hatte, erzählten wir alle durcheinander, lachend, in dramatischer Lebendigkeit die eben erlebte Szene.
Kärlchen amüsierte sich königlich. Und wir mit. Denn es war zu possierlich, wie der Wiener sich abmühte, herauszukriegen, wer von uns fünfen denn nun eigentlich das erste und standesamtlich verbriefte Anrecht auf Kärlchens Person hätte.
»Akkurat wie ich mir's gedacht hob, die erste Töchterschulklass' mit 'n Herrn Direktor auf einem Ausflug ins klassische Land der Kunst,« klopfte er auf den Busch.
»Professor,« verbesserte eine.