»Professor, ja richtig – freut mich ungemein, Ihre werte Bekanntschaft zu machen! Und welche von den fünf hübschen jungen Damen is denn nun Ihre Frau Professorin?«
»Raten!«
»Ja, Kuchen. Wann der Herr Professor net so an Ausbund von ein' G'mütsmenschen g'wesen wär' und wenigstens der Frau Gemahlin ein paar Würsteln mitgebracht hätt' – nachher wüßt' ich's gleich.«
Wir sahen uns an, es zuckte um aller Lippen, es sprühte und wetterleuchtete in lachenden jungen Augen – wie ein elektrischer Funken flog stillschweigendes Einverständnis heimlicher Verschwörung zwischen uns hin und wider.
»Da haben Sie's, geschieht Ihnen ganz recht, Sie Schlimmer – wenigstens der Frau Professor hätten Sie ein Paar mitbringen sollen!« sagte unsere Jüngste, die für gewöhnlich mit Kärlchen nicht auf so zeremoniellem Fuße steht.
Der Wiener konstatierte im stillen: die Blonde, Temperamentvolle, die das Wort vom gemeinsamen Mann gesprochen, das ist also keinesfalls die Frau.
»Ja, weiß Gott, einfach himmelschreiend, daß du nicht einmal an mich gedacht hast, Karl!« sagte die braune Iz, ohne den leisesten Anspruch an den Titel einer Professorsfrau zu besitzen.
Aha, die also, die Braune, dachte der Wiener.
»Ich hätte wohl noch ältere Anrechte!« begann vorwurfsvoll die dritte.
Die »älteren Anrechte« machten unseren Wiener sichtlich aufs neue stutzig, er fixierte die Sprecherin, taxierte sie im stillen auf ihr Alter. Mutter? – unmöglich! Tante? – vielleicht. Es gibt sehr jugendliche Tanten, beruhigte er sich. Man sah ihm die grübelnden Gedanken an der Nasenspitze an – wir starben beinah vor Lachen. Jetzt ein Blick auf unsere Hände, ein blitzschnell streifender, der leider feststellte: keine einzige trägt einen Trauring. Keine? Die sanfte Hella, unsere Prinzeß auf der Erbse, die sich vor jedem Stäubchen fürchtet, hatte trotz der Gluthitze ihre Handschuhe nicht ausgezogen. Die ist's nun aber ganz gewiß! dachte der Wiener.