Dann zeigte er mit dem Arm hinüber in das Halbdunkel.
„Kuk, do iwer dè Bichebösch. Wé stêt dèn elo do?“
Der gute Grächen hatte den Oheim redselig gemacht. Und er erzählte von dem Buchenwald.
„Der ruht ja auch im Winter, bis der Frühling kommt. Dann stellt sich wieder neues Leben ein. So will es die Natur. So auch ist es in den Bauernhäusern. Da kommt eine Generation, ein junger Stamm, der schafft, ist fortschrittlich, neuzeitlich und bringt das Gut auf die Höhe. Aber auch für diese kommt der Herbst und der Winter des Lebens. Dann schläft der Fortschritt ein, und auf dem Gute herrscht Stillstand, bis wieder andere kommen. So will es der ewige Wechsel im Kreislauf der Natur- und Menschengeschichte. Auch das Feld will eine Brachzeit. Der alte Berelsvater hat Brachzeit. Auch für mich kommt sie bald,“ meinte der Oheim.
Ich hatte noch nie so recht darüber nachgedacht. Ganz richtig ist es allerdings nicht. Es gibt ja Betriebe, die bleiben immer fortschrittlich, neuzeitlich. Die kennen keine Brachzeit. Aber ganz falsch ist es auch nicht. In den meisten Häusern geht es wirklich von Generation zu Generation bald auf, bald ab. Nach einer Periode des Aufschwunges kommt eine Zeit des Stillstandes.
Aber Berta und ich, wir sind noch im Frühling des Lebens. Vor uns liegt noch ein langer Sommer mit viel Sonnenschein. Und wir denken noch gar nicht an den Winter....
In das Dunkel der Nacht fiel ein trautes, anheimelndes Licht....
Bei dem saßen Vater und Mutter und warteten auf mich, warteten auf meine Erlebnisse.
Darum war ich so rasch durch den kalten, dunklen Abend geeilt.