Wie tote Schmetterlinge sanken die Blätter in ihren Schoß und fielen zur Erde.

„Fir mech bléen keng Blumen mé!“ Langsam sagte sie das, leise und kummervoll. Langsam band sie Wort an Wort, wie sie die Blumen zusammengelegt hatte. Ich dachte an das alte, traurige Lied von der unerfüllten Liebe und dem frühen Sterben, das die Mädchen auf den Feldern singen, wenn die Kartoffeln ausgehoben werden und der rauhe Herbstwind über die kahlen Stoppeln treibt.

Ich suchte sie zu trösten, aufzumuntern. Sie schaute mich groß an wie eine, für die es keine Hoffnung mehr gibt.

„Nê, Jämpi.“ Sie schüttelte den Kopf. Eine unendliche Wehmut klang aus der gebrochenen Stimme.

Sie fröstelte ein wenig, zuckte mit den Schultern und wickelte die Hände in die Schürze.

„Jämp, du wars den Enzigen, mat dém ech froû war.“ Ein tiefes Keuchen drang aus ihrer Brust. Ihr Atem ging erregt, hastig. Eine dunkle Glut schoß ihr in die Wangen. Sie hustete tief. „D’Huôt net könne sin. Ech hu mech drân ergin.“ Sie preßte die Hand auf die Brust, als ob das Atemholen ihr wehe täte. „An ech sin dach froû, Ketty, daß du fir mech glèckléch baß.“

Gern hätte ich ihr jetzt eine tröstende Zärtlichkeit gesagt. Es fiel mir nichts ein. Nichts Passendes, womit ich dem guten Mädchen hätte Freude machen können. Da legte ich ihr leicht die Hand auf die Schulter.

„A wé gét et dann mat déngem Papp?“ Meine Frage rührte an eine alte Herzwunde. Berta schlang den Arm um den meiner Frau und zog sie mit sich fort hinunter am Mühlenteich vorbei in die Einsamkeit.

Ich stand auf und schritt langsam hinüber in den Garten. Dort sah ich sie am äußersten Ende stehen. Berta hatte sich an eine Pappel gelehnt, rieb sich die Augen mit dem Taschentuche und schluchzte, schluchzte bitterlich. — — — — — — — — — — — — — — — — — — — — —

Langsam, geräuschlos ging ich zurück zur Mühle, sank auf die Bank und stützte mich müde an die Lehne.