Schaurig drang sein wimmernder Schrei in die große, kalte Einsamkeit.
„Den Doûdevull,“ sagte kurz die alte Frau. „Erem ên, dé stiérven muß....“
„Stille Nacht, heilige Nacht,
Alles schläft....“
Anheimelnd klang die liebe Weise aus der Schule herüber. Dort übten die Kinder ihr Weihnachtslied für das morgige Fest.
Es war schon lange über die Schulzeit hinaus, bereits halb fünf, als die kleinen Sänger entlassen wurden. Geräuschvoll ergoß sich der Schwarm ins Freie. Es kam Leben, jugendliches, rasch pulsierendes Leben auf die neubeschneite, stille Straße. Die Knaben tummelten sich herum, machten Schneebälle, johlten, warfen nach den Mädchen. Die standen noch ganz unter dem Einfluß des heiligen Liedes. Sittsam, ruhig, in kleinen Gruppen, gingen sie nach Hause. Nur wenn die Jungen ihnen zu arg mit den Schneeballen zusetzten, liefen sie schreiend fort.
„Ob d’Kreschtköndchen och mûr könnt?“ meinte traurig eine der Kleinen.
Die andern blickten besorgt auf.
„A woûfir soll d’Kreschtköndchen dan net kommen?“ Fast gleichzeitig kam die Frage von allen Seiten.
„Well ze vill Schné fällt. Wan et net dran stéchen bleiwt.“
„Nên, et dârf net dran stéchen bleîwen,“ sagte flehend ein kleines, blondes Ding. „Mîr béden, dat den Hergott deß Nûcht ké Schné mé herofschitt, da könt d’Kreschtköndchen secher.“