Mein Mann verteilte einige Het Tabak und eine Flasche Rum, welche lauten Jubel auslösten und die schwarze Gesellschaft zu noch groteskeren Sprüngen veranlaßte.

Müde des Schauens, zogen wir uns in unser Lager zurück, doch noch lange floh uns der Schlaf, da das Gedröhne der Trommeln, die monotonen Gesänge, unterbrochen von den schrillen Trillern und dem Aufjauchzen der Weiber, unausgesetzt zu uns herübertönte.

Es schien, als sollte ich, soviel als die Kürze der Zeit es erlaubte, alles kennen lernen, was das Leben in den Tropen an Schönheiten und Widerwärtigkeiten mit sich bringt.

Wir ritten am nächsten Tage von Mujuka aus, wohin uns inzwischen die Bahn gebracht hatte, nach den Kakaoplantagen in Mudame, wo uns der Leiter in liebenswürdigster Weise die Kakaokulturen, sowie die Bearbeitung der Früchte bis zur Verschiffung zeigte. In fröhlicher Gesellschaft einiger älterer Angestellten verbrachten wir den Abend.

Am nächsten Morgen mieteten wir uns drei große, zirka fünfzehn Meter lange Kanoes, in die wir unsere Lasten verstauten. Das erste Kanoe, auf welchem wir unsere Longchairs zwischen den Lasten eingebaut hatten, nahmen wir in Beschlag. Zum Schutze gegen die Sonnenstrahlen ließen wir uns über den Langstühlen ein leichtes Dach aus Palmenblättern aufbauen, so daß wir im Genusse der durch die Fahrt erzeugten Brise blieben. Die zwei anderen Kanoes wurden von den Trägern besetzt.

In fröhlicher Fahrt ging es, durch die kräftigen Ruderschläge unserer Pulljungs vorwärts getrieben, den Mungo hinunter.

Leise stimmte einer der Neger ein Liedchen an, in das bald die andern einfielen und nun wiederholte sich das auf dem Marsch bereits Beobachtete, daß einer vorsang und die andern einfielen; im Takte mit den Ruderschlägen.

Zu beiden Ufern den Mungo, grüßte uns wieder der nie genug geschaute imposante Urwald mit seinem, im herrlichen Tropenmorgen erwachenden Leben. Papageien flogen kreischend von Baum zu Baum, Turakos ließen ihre durchdringenden Schreie vernehmen und wir hatten das Glück, diesmal nicht allzufern, einige niedliche Äffchen zu beobachten, welche, sich scheinbar sehr sicher fühlend, uns neugierig betrachteten. Auf den aus dem Bett herausgetretenen Sandbänken stelzten Reiher und andere Strandvögel, munter pickend, einher.

Unbeschreiblich schön und reizvoll ist so eine Fahrt auf dem Mungo!

Doch, nichts ist vollkommen, und den Genuß dieser herrlichen Morgenfahrt wußten uns hunderte von Moskiten, die uns an den freigelassenen Körperstellen ganz zerstachen, zu schmälern. Doch als die Sonne höher stieg und der leichte Nebel sich zerteilt hatte, ließen auch diese Quälgeister nach und ein freier, klarer Ausblick bot sich uns nach vorn.