Dies alles dauerte kaum eine Sekunde. Unwillkürlich berührte ich wieder den Griff des Revolvers in meiner Tasche, wie irrsinnig um mich blickend, wen ich ermorden sollte: Peter, Martha, mich selbst oder Tom, den wir zum Werkzeug der Tortur für sie gemacht hatten.
Plötzlich ließ diese unerhörte Spannung der Nerven nach, und alles löste sich in meinem Innern. Es blieb mir nur noch die Gleichgültigkeit und — der Stolz. Ich öffnete die Hand, die schon den Revolver gepackt hatte.
— Zieh! zischte Peter mit erstickter Stimme.
— Nein! antwortete ich mit ruhigem Entschluß.
— Wie?
— Wir werden keine Lose ziehen.
Er konnte es noch nicht begreifen, schob schnell die Hand in die Tasche, und ich hörte das Knacken des Revolverabzuges.
Also auch er war vorbereitet; ich hatte mich nicht getäuscht. Mit einer blitzschnellen Bewegung packte ich ihn bei den Händen. Er beugte sich nach hinten und wand sich unter dem eisernen Druck meiner Fäuste; in seinen Augen flammte das höchste Entsetzen.
Ich hörte einen durchdringenden Schrei Marthas. Im ersten Augenblick schien es mir, daß in ihm etwas wie Freude zitterte, aber dann dachte ich, daß sie sich vielleicht um Peter ängstige. Ich schaute ihn an; er blickte mir in die Augen mit einer ohnmächtigen, verzweifelten Wut. Es schien mir, daß er den Tod erwartete. Ich lächelte und schüttelte den Kopf.
— Nein, das nicht, das ... Nimm sie dir, sagte ich und ließ ihn los.