Und ich brauchte nicht allzu lange auf sie zu warten. In nicht ganz einem Jahre gebar Martha Zwillinge: zwei Töchter. Sie kamen in der Nacht zur Welt. Als ich vom Nebenzimmer, wo ich mit Tom saß, ihr erstes schwaches Weinen vernahm, sprang ich auf, von einer wahnsinnigen Freude erfaßt, aber in demselben Augenblick schnürte mir ein furchtbarer Schmerz das Herz zusammen und ich konnte nur mit Mühe die aufsteigenden Tränen zurückhalten. Tom schaute mich erstaunt an, ebenfalls den Stimmen lauschend, die aus dem anderen Zimmer herüberdrangen.
— Onkel (so nannte er mich stets), sagte er endlich, Onkel, was weint dort so? Etwa Mütterchen?
— Nein, Kind, nicht Mütterchen weint, das ... sind so kleine Kinder wie du, vielleicht noch kleiner.
Tom machte eine ernste Miene und begann nachzudenken.
— Und woher diese Kinder? Wozu diese Kinder? fragte er gespannt.
Ich wußte nicht, was ich antworten sollte. Er sah mich aufmerksam an.
— Onkel, und weshalb weinst du? fragte er plötzlich.
Ja, wahrhaftig, Tränen flossen mir aus den Augen. Weshalb weinte ich?
— Weil ich dumm bin! sagte ich auffahrend, mehr meinen Gedanken antwortend als ihm.
Das Kind schüttelte mit großer Würde den Kopf.