— Mein Freund, mein lieber Freund ...

In ihrer Stimme lag etwas unbeschreiblich Weiches und Süßes, das meinen Körper erschauern machte und mir die Kehle wie im Krampf zusammenschnürte. Ich neigte das Gesicht, damit mich meine Augen nicht verrieten.

— Ich schulde dir mein eigenes Leben und noch mehr, das Leben Toms, dem wir noch notwendig sind. Du bist gut ... flüsterte sie und preßte meinen Kopf an ihre Brust.

Als ich sie aus ihrer Ohnmacht erweckte, hatte ich ihr das Kleid unter dem Halse aufgerissen. Nun berührte ich mit der Stirn diese entblößte Brust, und gleichzeitig fühlte ich ihre Tränen mein Haar benetzen.

Da ergriff mich eine wilde Leidenschaft. Ich hatte dieses Weib, das noch so schön und so über alle Maßen begehrenswert war, vor mir; ich brauchte nur die Hand auszustrecken, sie an mich zu reißen, mit Küssen zu bedecken, in glühenden Umarmungen zu ersticken. Es wurde mir schwarz vor den Augen, in den Ohren dröhnte und sauste es, meine Pulse flogen; ich fühlte die Wärme und Weichheit ihres Körpers, sein Duft berauschte mich und machte mich wahnsinnig ...

Wir sind, blitzte es in mir auf, die einzigen Menschen auf diesem Globus, denn Peter liegt wahrscheinlich als Leiche zwischen den Steinen ...

Und übrigens, was geht mich Peter an, was geht mich die ganze Welt an, wenn nur sie ... Eine unaussprechliche Zärtlichkeit, ein unermeßliches Glücksgefühl überströmte mein ganzes Wesen.

Nein!

Ich raffte meine Willenskraft zusammen und wich zurück. Peter liegt vielleicht in diesem Augenblick irgendwo auf dem Felsen, blutig, halb tot und wartet auf Rettung, während ich ...

Martha schaute mich an und — verstand.