— Mag es sein ... ich werde jetzt alles sagen. Ich spreche ja heute das letztemal zu dir ... an jenem Mittag ...

Die Sterbende brach ab, als wenn ein Gefühl der Scham ihre Stimme ersticken machte, aber ich wußte wohl, von welchem Mittag sie sprach!

Sie schwieg eine Zeitlang und bewegte nur leicht die Lippen. Plötzlich rief sie, wie verzweifelt ausbrechend:

— Warum hast du Peter nicht getötet?

In diesem Augenblick hörte ich ein unterdrücktes Stöhnen hinter mir. Ich wandte mich um; in der Tür stand, die Hand an die Pfosten gestützt, Peter, blaß wie eine Leiche, und blickte auf uns mit weit geöffneten Augen. Er mußte schon ziemlich lange dort stehen und hörte wahrscheinlich alles, was Martha zu mir sagte.

Als er sah, daß ich ihn bemerkte, machte er schwankend einige Schritte nach vorn und stammelte etwas Unverständliches.

Martha kehrte sich mit einem unterdrückten Schrei des Ekels zur Wand.

— Verzeihung, wimmerte Peter, Verzeihung; es war unabsichtlich ... Ich wollte nicht ...

Da ertönten im Nebenzimmer helle Stimmen.

— Die Kinder! rief Martha und streckte die Hände aus. Aber die Mädchen waren befangen und blieben in der Tür stehen, nur Tom stürzte zu ihr; sie nahm seinen Kopf in ihre zitternden Hände und drückte ihn an sich.