Oh, wenn sie mir doch endlich Ruhe geben und fortziehen und mich allein lassen wollten!
O Erde, Erde! Du weißt nicht, wie schwer es mir ist, ohne dich zu leben, und wie gerne ich sterben möchte! Morgen, heute, sofort ...
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Welch eine Lästerung habe ich niedergeschrieben! Noch gestern wollte ich sterben, und heute will ich leben, muß ich leben, noch einige Mondtage, dann mag geschehen, was will! Es saust mir im Kopfe, und ein unaussprechlich wonniges Gefühl will mir die Brust zersprengen. So ist es, so ist es! Ich muß es erfüllen, ich muß!
Gott, wie danke ich dir, daß ich unseren alten Wagen mit mir habe und genügende Vorräte. Und es ist so einfach! Wie sonderbar, daß ich nicht früher daran gedacht habe!
O Erde! O meine Brüder! Ich bin doch nicht so verlassen und von euch abgeschnitten, wie ich es bis vor kurzem glaubte; ich habe ein Mittel, euch Nachrichten von mir zuzusenden und, obwohl ich es mit dem Leben bezahlen werde, will ich es tun, so wahr mir Gott helfe!
Ich werde auf der Wüste sterben, im vollen Glanz meines geliebten Sternes, meiner Mutter! Aber vorher ...
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Ach, daß ich sie finden möchte! An sie denke ich jetzt nur, von ihr träume ich, und wahrhaftig, ich weiß nicht, ob ich jemals im Leben den Anblick des geliebten Weibes so heiß begehrt habe, wie ich heute begehre, sie wiederzufinden — diese Kanone, die wir vor fünfzig Jahren am Grabe O’Tamors zurückgelassen haben! ...
Als mir dieser Gedanke zum erstenmal durch den Kopf fuhr, überkam mich ein wahrer Freudentaumel; er erschien mir wie eine Offenbarung, die mir das Mittel zur Verständigung mit meinen Brüdern auf der Erde zeigte.