Ich vergaß, wo ich war, was um mich her vorging. Sie blickten stumm in höchstem Staunen auf mich, aber ich sah sie nicht mehr. Wie im Traum erreichte mich nur noch die Stimme Adas:

— Entfernt euch, der Alte Mensch spricht mit der Erde. Bald wird er uns verlassen.

Als ich mich ein wenig erholt hatte, befand ich mich allein.

Ich verstand, daß das eine Offenbarung war, daß ich in die Wüste gehen, das Geschütz finden, die letzte Kunde und den letzten Gruß auf die Erde senden und dann — sterben muß.

Eine Weile später teilte ich Ada und Jan meinen Entschluß mit; sie nahmen ihn mit traurig gesenkten Köpfen auf, aber ohne ein Wort des Widerspruchs, als wenn sie darauf vorbereitet waren.

Von ihrer Rückkehr an die Warmen Teiche ist keine Rede mehr. Sie wollen hierbleiben bis zum Augenblick meiner Abreise.

Gegenwärtig, wenn ich das Gesicht der Erde zuwende, habe ich die Sonne zur Rechten; bevor sie mit dem halben Rund emporsteigt, den Tag auf die öde Halbkugel tragend und zur Linken stehend, werde ich aufbrechen.

*

Meine Mondtragödie ist somit zu Ende! Ich bin hier, wo ich auf diesem Globus die ersten Wiesen, das erste frische, lebendige Grün erblickte. Damals lag die Fahrt durch die todbringende Wüste hinter mir, jetzt will ich aufbrechen, um sie zum zweiten- und letztenmal anzutreten.

Dunkel ist es in meinem Innern, aber ruhig. Ich lasse mein verflossenes Leben an mir vorüberziehen, und es dünkt mich, daß es Zeit ist, mit dem Gewissen abzurechnen. Ich möchte mich, wie es die Menschen auf der Erde tun, auf den Tod vorbereiten, alle meine Sünden beichten, und seltsam, auf meine Lippen drängt sich nur mein Unglück. Sollte beides ein und dasselbe sein?