Grenzenloses Staunen erfaßte uns. Varadol sprang an den Apparat und telegraphierte: Wer läßt sich vernehmen?

Wir warteten einen Augenblick — keine Antwort. Peter wiederholte die Frage zwei-, dreimal, aber ohne Erfolg.

Der Apparat verstummte und das Klopfen wiederholte sich nicht mehr.

Eine halbe Stunde der vollständigen Stille ging vorüber; wir begannen schon anzunehmen, daß die ganze Sache auf einer unfaßbaren Täuschung beruhte.

Die Sonne war gerade hinter der Erde aufgestiegen und stand neben ihr am Himmel. Die Glut wurde wieder größer.

Da flog und blitzte etwas in den Sonnenstrahlen an uns vorbei und gleichzeitig erbebte der Boden unter unseren Füßen, wie eine von einer Kanonenkugel getroffene Mauer. Wir schrien vor Entsetzen und Verwunderung auf. An das Fenster stürzend, bemerkten wir eine Masse von metallischem Glanz, die, auf der Oberfläche des Mondes abprallend, vor unseren Augen einen mächtigen Bogen im Raume beschrieb und wiederum aufschlug und zum zweitenmal abprallte, zum drittens, zum viertenmal, in ungeheuren Sprüngen nach Nordosten jagend.

Wir schwiegen und konnten uns diese Erscheinung nicht erklären, bis Peter plötzlich aufschrie:

— Die Brüder Remogner kommen!

Jetzt wurde uns alles klar! Es waren gerade sechs Erdenwochen vergangen, seit wir um Mitternacht auf den Mond herabfielen; die Zeit ist also gekommen, da die zweite Expedition uns folgen sollte. Unser Apparat klopfte unter dem Einfluß der Depesche, die die Brüder Remogner aus der Nähe des Mondes auf die Erde herabsandten. Er ließ sich vielleicht schon früher vernehmen, nur daß uns das Klopfen in der Kiste, in der sich der Apparat befand, nicht auffiel. Ebenso bemerkten die Brüder Remogner anscheinend unsere Depesche nicht, da sie im letzten Augenblick mit der Vorbereitung zum Fall beschäftigt waren.

Diese Gedanken schossen mir wie ein Blitz durch den Kopf, während wir in fliegender Eile unseren Motor in Bewegung setzten. In einigen Augenblicken sausten wir schon mit der ganzen Kraft in der Richtung, in der das Projektil unseren Blicken entschwunden war und alle fühlten und dachten wir in diesem Augenblick nur das eine: Die Brüder Remogner führen Luft mit sich!