Trotzdem lenkten wir den Wagen den Ruinen zu. Martha betrachtete sie mit Spannung und gleichzeitig mit einer sichtlichen Unruhe.

— Und wenn diese Stadt der Toten durch Tote erbaut, flüsterte sie, als uns schon kaum mehr zwei Kilometer von den Arkaden trennten, die den Eingang zu dieser sonderbaren Stadt bildeten.

— Eine Stadt der Toten ... sicherlich ... sagte Tomas lächelnd, aber glaube mir, daß sie einst von Lebenden erbaut werden mußte.

— Oder durch Naturkräfte, warf Peter ein, und in diesem Augenblick blieb der Wagen mit einem heftigen Ruck stehen.

Wir stürzten zum Motor, zu sehen, was vorgefallen. Die Sandbank hatte gerade ihr Ende erreicht, und vor uns lag ein Feld, so übersät mit großen Steinen, daß keine Rede von einem Durchdringen mit dem Wagen sein konnte. Als Tomas dies bemerkte, zögerte er einen Augenblick und sagte dann:

— Ich werde zu Fuß hingehen!

Wir wollten ihn alle zurückhalten, ohne uns klar darüber zu sein, weshalb. Vielleicht war es ein Vorgefühl dessen, was geschehen sollte!

Er blieb jedoch bei seinem Entschluß. Peter fluchte unter dem Schnurrbart hervor und meinte, daß man ein kompletter Idiot sein müsse, die Zeit zu verlieren und sich durch das Verlassen des Wagens der furchtbaren Kälte auszusetzen, nur eines Hirngespinstes wegen. Ich erklärte mich bereit, Tomas zu begleiten, aber als er sagte, daß er allein gehen wolle, drängte ich nicht weiter. Ich weiß noch immer nicht, was mich eigentlich zurückgehalten hat, die Angst vor der Kälte oder auch dieses unerklärliche Gefühl der Furcht beim Anblick dieser toten Stadt. Genug, ich blieb im Wagen ...

Als Tomas uns verlassen, wandte er sich direkt den geheimnisvollen Trümmern zu. Wir standen am Fenster und sahen ihn im Schein der Erde klar und deutlich vor uns. Er ging langsam vorwärts, sich oft bückend, wahrscheinlich um den Boden zu untersuchen. Für einen Augenblick verschwand er im Schatten eines kleinen Felsens, dann sahen wir ihn wieder, schon bedeutend weiter. Plötzlich geschah etwas Merkwürdiges. Woodbell, der vielleicht schon den dritten Teil des Weges zurückgelegt hatte, reckte sich in die Höhe, stand wie erstarrt und begann dann in wahnsinnigen Sprüngen zum Wagen zurückzulaufen.

Wir sahen seine Bewegungen und konnten sie uns nicht erklären. Da, einige Schritte bevor er den Wagen erreicht hatte, wankte er und fiel. Als wir bemerkten, daß er nicht wieder aufstand, wollten wir ihm zu Hilfe eilen, aber ehe wir hinaus konnten, verging eine geraume Zeit, da wir erst die Luftbehälter anlegen mußten. Dann stürzten wir zu ihm; er lag bewußtlos am Boden. Wir hoben ihn auf und trugen ihn in den Wagen.