Auf Mare Frigoris, 0° 30’ östlicher Länge, 61° nördlicher Mondbreite, vierter Tag, einhundertzweiundsiebzig Stunden nach Mitternacht.
Martha hatte recht, als sie zu Tomas sagte: Du wirst leben! Ach, daß ich das damals nicht gleich verstanden habe!
Es waren fast drei Viertel der Nacht verstrichen, als ich, am Steuer sitzend, bemerkte, daß Peter sich fortgesetzt um mich herum zu schaffen machte, mit einer Miene, als wenn er eine Unterredung beginnen wollte. Mich wunderte das, weil wir immer nur das Notwendigste besprachen, aber gleichzeitig freute es mich auch. Ich fühlte, daß die Zeit endlich gekommen war, dieser unerträglich drückenden Situation durch eine Aussprache ein Ende zu machen.
Ich frug ihn also so höflich wie nur möglich:
— Wünschst du etwas von mir?
— Ja, ja, sagte er schnell, sich neben mich setzend, ich wollte mit dir reden ...
Ich bemerkte, daß er sich zu einem Lächeln zwang, aber seine Züge zuckten krampfhaft dabei. Unwillkürlich blickte ich auf seine Hände. Und er, als wenn er meinen Blick verstanden hätte, errötete und zog die Hände leer aus den Taschen, sie auf seine Knie legend. Dann begann er etwas stockend:
— Ja, ja, siehst du, ich wollte mit dir ... denn es scheint, daß wir diese Nacht nicht anzuhalten brauchen, da die Kälte nicht so empfindlich ist und der Weg eben und hell genug, obwohl die Erde niedrig am Horizont steht; im übrigen wirst du zugeben, daß man sich eilen muß, also ...
Ich wendete keinen Blick von ihm ab, und er wurde immer verwirrter. Plötzlich änderte er den Ton und schrie heftig: