Der Hafen von Colombo.

Die Fahrt von Penang bis Colombo war die bisher zweitlängste. Vom 24. mittags bis zum 28., also dreieinhalb Tage, waren wir auf offener See. Die Hitze hatte eher zu- als abgenommen, wozu dann noch die sich von Tag zu Tag steigernde Unruhe des Meeres kam. Auch konnten wir nicht sofort in den Hafen einlaufen, sei es, daß der Lotse nicht zeitig genug für uns frei wurde, sei es, daß irgend ein anderer Grund vorlag – genug, wir mußten vor der Einfahrt vor Anker gehen und dort zwei Stunden liegen bleiben. Wir ließen uns diese Verzögerung nicht verdrießen, sondern betrachteten aufmerksamen Auges unsere Umgebung. Von allen Häfen des chinesischen und indischen Meeres, die ich bisher gesehen habe, ist der von Colombo unstreitig der schönste. Von Natur ist er nicht allzu gut gelegen, deshalb hat Menschenhand nachhelfen müssen; und so sind denn großartige Schutzanlagen geschaffen worden. Gewaltige Molen – große steinerne Dämme bekanntlich – laufen eine weite Strecke ins Meer hinein, und es ist ein herrlicher Anblick, wenn man sieht, wie Welle auf Welle gegen den Damm hochaufspritzend anprallt oder mitunter auch wohl über die blitzblanken Steine gischend dahinfegt.

Der Blick auf Hafen und Stadt bietet ein wunderbares Panorama. Wie mit Schiffen vollgepfropft breitet der Hafen sich aus. Kriegsschiffe, Passagierdampfer, Kauffahrteischiffe aller Art und aller Nationen ankern in buntem Durcheinander. Dazwischen schießen, den Hafenverkehr vermittelnd, die einheimischen Dschunken. Und dahinter liegt dann die Stadt! So malerisch gelegen ist wohl keine im indischen Archipel. Terrassenartig steigt sie auf und wird von prächtigen Wäldern eingesäumt. Es war wohl nicht zuviel gesagt, wenn man von Ceylon als dem Paradies der Welt gesprochen hatte.

Rathaus in Colombo mit Holländischem Turm.

Dagoba in Colombo.