A. »Wieso denn?«
B. »Sie lassen ja Ihren Bart so wild wachsen. Wenn ich Sie so in den Saal treten sah, habe ich immer geglaubt, Sie wollen Ihren Bart wegen Krankheit nicht schneiden lassen.«
A. »Bewahre! Bin im Gegenteil so gesund und munter wie ein Fisch im Wasser und auch immer gewesen. Aber wenn Sie meinen, daß mein Bart mir nicht gut steht, schneiden Sie ihn nach deutscher Mode, so gut Sie können, damit ich recht ordentlich und chik aussehe.«
B. »Gut! Ich werde meine Kunst versuchen, aber es ist nicht so leicht, aus einem wild gewachsenen Bart eine gute Form zu schneiden.«
Nun begann der Barbier mir meinen Bart zu verschneiden, sprach dabei über dieses und jenes, fragte mich, wie es in Japan in einer Barbierstube aussehe, was ein Barbier dort verdiene, wie groß der Lohn eines Gehilfen sei u. s. w. u. s. w. Zuletzt zeigte er mir seine Haarschneidemaschine und fragte mich:
B. »Können Sie mir vielleicht angeben, wo diese Maschine gemacht worden ist?«
A. »Keine Ahnung! Wie sollte ich so etwas wissen, ich verstehe ja von Ihrem Fache nichts.«
B. »Das glaube ich gern, aber da diese gerade in Ihrer Heimat gemacht ist, möchte ich Sie darauf aufmerksam machen. Die Maschine, die ich von Hause mitgebracht hatte, ging entzwei und so mußte ich diese in Yokohama kaufen. Offen gestanden hatte ich anfangs zu ihr kein großes Vertrauen, aber nun sehe ich zu meinem Erstaunen, daß sie vorzüglich ist. Schade, daß ich nicht noch mehr davon gekauft habe! Sie ist weit billiger als die unsrige, aber trotzdem ist sie besser und bequemer zur Handhabung. In der Tat sind die Herren Japaner ein wunderbares Volk! Alles können sie leisten, nichts ist ihnen unmöglich!«
Dabei arbeitete er unentwegt weiter; der Bart ward kürzer und kürzer, er besah ihn mit verständnisvollem Gesicht von der Seite und von vorn, von fern und nah, schnitt weiter, besah ihn wieder und so ging es eine Weile fort, bis ich fast keinen Bart mehr mein eigen nennen konnte. Jetzt rühmte er mir die Schnurrbarttracht: »Es ist erreicht!«
B. »Nun müssen Sie aber Ihren Schnurrbart in die Höhe gewöhnen.«