605. Das Stadtwappen von Geyer.
(Grundig, Neue Versuche nützlicher Sammlungen etc., I. B., Schneeberg, 1740, S. 31 u. 32.)
Der Bergort Geyer hat in seinem Stadtwappen von langen Zeiten her drei Geiersköpfe. Dieselben beziehen sich auf die Sage von der Entstehung des Bergbaues in dem Geyersberge, an welchem das Bergstädtchen gegründet wurde. Einige glauben nämlich, daß durch einen Geier, welcher auf dem Geyersberge geheckt und viel Tauben und Hühner vom Hofe zu Tannenberg weggetragen, das Zwitterwerk zum Geyer erreget worden, indem die Schützen dem Geier nachgespüret und darüber schöne Zinngraupen angetroffen haben.
606. Das Wappen der Stadt Kirchberg.
(Anton Bär im Nachrichtsblatt für Kirchberg und Umgebung, 1881. Nr. 48.)
Die alte Stadt Kirchberg besaß drei Thore mit Türmen: im Osten das Schneeberger, im Norden das untere und im Süden das obere Thor. Als Bild führte nun die junge Stadt drei Thortürme oder auch die dreifach getürmte Kirche im Wappen.
607. Das Stadtwappen von Öderan.
(Nach der Kirchengalerie v. Sachsen, 2. B., S. 187. Wilisch, Kirchenhist. von Freiberg etc. II, S. 475.)
Öderan führt im Wappen ein auf zwei Türmen liegendes Wagenrad, um damit anzudeuten, daß die Entstehung der Stadt im 12. oder 13. Jahrhundert ein Fuhrmann veranlaßte, welcher auf dem Platze eine Herberge erbaute. Bald gesellten sich noch andere Anbauer und unter anderen einige Mönche hinzu, welche vor ihrer Einsiedelei ein großes Kreuz aufpflanzten und Vorübergehende um Almosen ansprachen. Man nannte sie »Schmerbrüder«, und es soll zu diesem Namen die Wagenschmiere den Fuhrleuten Veranlassung gegeben haben, wie alte Erzählungen berichten, nach denen auch der lang erhaltene Gebrauch des schwarzen Siegels bei dem Rate zu Öderan darauf zurückzuführen ist.