(Mitgeteilt vom Lehrer Kretschmar in Wildenthal.)
An der alten Frühbußer Straße, welche sich zwischen Eibenstock und Wildenthal in der Nähe der Waldschenke von der Chaussee abzweigt, steht ungefähr 400 Schritte von genannter Schenke entfernt im Walde ein alter Stein mit eingehauenem schwarzen Kreuze. Anno 1799 ist an dieser Stelle ein Fuhrmann, welcher von Karlsfeld kommend, nachts mit seinem Fuhrwerk auf dieser Straße fuhr, von dem Hausknechte des Gasthofes zu Karlsfeld ermordet worden. Der Fuhrmann ließ sich gegen Abend vom Wirte des genannten Gasthofes für Silbergeld neue Kupfermünze geben. Dies sahe der Hausknecht, welcher jedoch das glänzende Kupfergeld für Goldstücke hielt. Ihn gelüstete nach denselben, und er ging deshalb, als der Fuhrmann bereits ein gutes Stück fort war, demselben nach, ermordete ihn und nahm ihm die vermeintlichen Goldstücke ab. Zur Erinnerung an diese That ist der Stein gesetzt worden.
665. Der Denkstein in Fürstenwalde.
(Brandner, Lauenstein, seine Vorzeit u. s. w., 1845, S. 321.)
Auf Gotthelf Tittels Gute in Fürstenwalde steht ein Denkmal mit der Bezeichnung G. D. und einer Schneiderschere, nebst der Jahreszahl 1622. Einer Tradition zufolge ist dort im besagten Jahre ein aus Rudolphsdorf gebürtiger Schneidergeselle auf seiner Rückkehr aus der Fremde von einem Fleischerburschen ermordet, später in einem Reisighaufen versteckt aufgefunden und von Jakob Tittel hereingefahren und in Fürstenwalde beerdigt worden.
666. Drei Steinkreuze bei Lößnitz.
(Oesfeld, Histor. Beschreibung einiger merkwürdigen Städte im Erzgebirge, 2. Teil, 1777, S. 10.)
Vor dem Schneeberger Thore in Lößnitz lagen ehemals drei Kreuze aus Sandstein; auf zweien derselben sahe man deutlich ein eingehauenes Kreuz. Man erzählte, daß diese Kreuze als Denkmäler einer Mordthat hingesetzt worden seien, indem sich in alten Zeiten daselbst Fleischerknechte totgeschlagen hätten.
667. Das steinerne Kreuz vor der Johanniskirche in Chemnitz.
(Ad. Daniel Richter, Chronica der Stadt Chemnitz, I. 1767, S. 35.)