Würd' ich auf den Blumenbeeten
Jetzo doch nur so beglückt,
Nur in eine Spur zu treten,
Die ihr netter Fuß gedrückt,
Sollt' es, scheint der Trost gleich klein,
Mir doch Trost genug verleihn.
Seht, so schwärmt mein blind Verlangen,
Das mich hin und wider reißt;
Der durch Leonorens Prangen
Zärtlich eingenommne Geist
Bildet sich um jeden Hain
Seiner Schönen Ruhplatz ein.
Nein! mein Geist, du irrst im Bilde,
Sieh den Ort genauer an,
Diese Tiefen, dies Gefilde
Ist kein schlesisch Kanaan;
Und zum Paradies allhier
Mangelt nichts als Lorchens Zier.
Male dir die Lust der Erden,
Adams ersten Aufenthalt,
Nebst den Mienen und Gebärden
Seiner kläglichen Gestalt,
Und betrachte, wenn er flieht,
Wie betrübt er rückwärts sieht.
Siehst du dies, so sieh darinnen
Mich und meinen Zustand an,
Dessen Qual kein künstlich Sinnen
Und kein Kiel entwerfen kann;
Evens Anmut blüht in dir,
Adams Unruh folget mir.
Da ich mich entfernt betrübe,
Lernt mein Geist erst mit Verdruß,
Wie getreu und stark er liebe,
Weil er dich verlassen muß,
Und die Angst entriss'ner Brust
Lehrt den Wert vergangner Lust.
Von den Spitzen derer Hügel
Seh' ich oft ins Vaterland;
Hätt' ich doch nur Taubenflügel
Oder Dädals Zauberhand,
Um nur, wie zuvor geschehn,
Dich, mein Engel, noch zu sehn.
Dich, o Sonne meines Lebens,
Dich, o Ursprung meiner Glut!
Ist's denn, leider, ganz vergebens,
Daß mein Mund so kläglich tut?
Nein, ich weiß, dein klingend Ohr
Stellt dir oft mein Leiden vor.
Ist der Tag der Erd' entwichen,
So verwehrt dein Bild die Ruh;
Kommt ein Ostwind hergestrichen,
Kehr' ich ihm das Antlitz zu;
Denn mich deucht, er bringe mir
Manchen sanften Kuß von dir.
Wo ich sitze, steh' und liege,
Stehst und liegst du nebenan,
Daß ich auch die kleinsten Züge
Deiner Bildung zählen kann;
Greif' ich aber mit der Hand,
Fang' ich nichts als Luft und Wand.