Ich mag nichts mehr davon gedenken,
Sonst leid ich mehr dabei als du.
Die Zeit weiß alles so zu lenken,
Damit sie keinem unrecht tu',
Und wird vielleicht zu deiner Pein
Bald zwischen uns ein Richter sein.
[Die verworfene Liebe]
Ich habe genug!
Lust, Flammen und Küsse
Sind giftig und süße
Und machen nicht klug;
Komm, selige Freiheit, und dämpfe den Brand,
Der meinem Gemüte die Weisheit entwandt.
Was hab' ich getan!
Jetzt seh' ich die Triebe
Der törichten Liebe
Vernünftiger an;
Ich breche die Fessel, ich löse mein Herz
Und hasse mit Vorsatz den zärtlichen Schmerz.
Was quält mich vor Reu?
Was stört mir vor Kummer
Den nächtlichen Schlummer?
Die Zeit ist vorbei.
O köstliches Kleinod, o teurer Verlust!
O hätt' ich die Falschheit nur eher gewußt!
Geh, Schönheit, und fleuch!
Die artigsten Blicke
Sind schmerzliche Stricke.
Ich merke den Streich,
Es lodern die Briefe, der Ring bricht entzwei
Und zeigt meiner Schönen: Nun leb' ich recht frei.
Nun leb' ich recht frei
Und schwöre von Herzen,
Daß Küssen und Scherzen
Ein Narrenspiel sei;
Denn, wer sich verliebt, der ist wohl nicht klug:
Geh, falsche Sirene, ich habe genug!