Mein Herz gibt keinem Diamanten,
Mein Geist den Eichen wenig nach;
Wenn Erd' und Himmel mich verbannten,
So trotz' ich doch mein Ungemach.
Schlagt, bittre Feinde,
Weicht, falsche Freunde!
Mein Heldenmut
Ist nicht zu dämpfen,
Drum will ich kämpfen
Und sehn, was die Geduld vor Wunder tut.
Die Liebe schenkt aus göldnen Schalen
Mir einen Wein zur Tapferkeit,
Sie spricht, mir guten Sold zu zahlen,
Und schickt mich in den Unglücksstreit.
Hier will ich kriegen,
Hier will ich siegen:
Ein grünes Feld
Dient meinem Schilde
Zum Wappenbilde,
Bei dem ein Palmenbaum zwei Anker hält.
Beständig soll die Losung bleiben,
Beständig lieb' ich dich, mein Kind,
Bis dermaleinst die Dichter schreiben,
Daß du und ich nicht sterblich sind.
Das Wort beständig
Macht alles bändig,
Was Elend heißt.
Das stärkste Fieber
Geht bald vorüber,
Wenn man nur mit Geduld den Frost verbeißt.
Nur zweifle nicht an meiner Treue,
Die als ein ewig helles Licht,
Wenn ich des Lebens mich verzeihe,
Die Finsternis der Gräber bricht.
Kein hartes Glücke,
Ja, kein Geschicke
Trennt mich von dir:
Du stirbst die Meine,
Ich bin der Deine:
Drum wirf' den Argwohn weg und glaube mir!
[An Leonoren bei dem andern Abschiede]
Du daurest mich, du allerliebstes Kind!
Du fühlst mein Weh, ich leide deine Schmerzen,
Da Glück und Zeit solange grausam sind
Und mit dem Flehn getreuer Seelen scherzen;
Du leidest viel, doch gib der Treu' Gehör:
Ich leide mehr.
Ich leide mehr, als jemand kann und glaubt,
Ich muß von dir, der Riß macht schwere Plagen;
Ich seh' den Trost, den dir mein Abschied raubt,
So wird mein Herz auch zweifach wund geschlagen,
Du liebest mich sowohl getreu als klug,
Das ist genug.
Das ist genug, die Unruh' zu verstehn,
Die Lorchen kränkt und mich in ihr verzehret;
Ach, sollt' ich bald davor zu Grabe gehn,
Ich würde wohl so heftig nicht beschweret,
Wer weiß, was kommt? Vielleicht beschließt der Tod
Die lange Not.
Die lange Not ist dennoch nicht so stark,
Uns, werter Schatz, dem Geiste nach zu trennen.
Erwart' ich mir statt deiner Schoß den Sarg,
So soll mir doch der Neid den Nachruhm gönnen,
Daß leicht kein Mensch so rein als ich geliebt,
Obgleich betrübt.