Oft hörte ich ihn sagen: „was soll ich mit dem Amte, da — dort — oder gar am Hofe?“

„Das dauert vier Wochen und — ihr sehet mich wieder.“ Rücksichten zu nehmen, war ihm in öffentlichen Angelegenheiten unmöglich, darum vermied er lieber die Kollisionen. So wurde er einmal aufgefordert, ein politisch-literarisches Zeitungsblatt zu schreiben; er dankte aber sehr dafür, so groß der Gewinn geschildert ward, so glänzend ihm auch die Aussichten eröffnet wurden. — S. würde das Naturrecht vortrefflich gelesen haben — er hatte große Lust dazu — allein, es würde ihm bald untersagt, und ein geschriebenes konfiscirt worden seyn.

Am passendsten würde für ihn eine Inspektion über den allgemeinen Straßenbau gewesen seyn; und ich bin überzeugt, wir würden im Vaterlande, wenn auch keine spanischen Chausseen, doch bessere Wege haben; denn daß diese mitunter recht schlecht sind, darüber ist unter allen Reisenden nur eine Stimme.

Allgemeines Menschenglück beschäftigte ihn vor Allem. Sein Herz war voll von dem Gedanken einer allgemeinen Gerechtigkeit. Es belebten ihn zuweilen große Hoffnungen, so weit er auch den Zeitpunkt besserer Zeiten hinaussetzte.

Er war indeß nicht müssig und hat manches Gute gewirkt, mehrere junge Leute von Herz und Kopf, die er unterrichtete und die sehr redliche, achtungswürdige Menschen geworden sind, haben gestanden, daß sie Seume’s rechtlichen, festen Grundsätzen unendlich viel zu verdanken haben. Selbst viele junge, studirende Adelige, denen er wahrlich um keinen Preis schmeichelte, kamen doch immer wieder, aus wahrer Achtung gegen den Mann und seine Grundsätze. Mit einem Worte, S. genoß als allgemein anerkannt redlicher Mann eine allgemeine Achtung, und ich hoffe mit Zuversicht, sie wird ihm ewig bleiben.

[5] Man hat alten Stabsofficieren Dinge von großer Wichtigkeit abgenommen und sie mir übergeben &c.

Als der General von Schwerin, Neffe des bekannten großen Schwerin, vor ungefähr 10 Jahren in Leipzig war und mir zum Malen saß, fragte er nach S. Ich zeigte ihm einige Briefe von ihm; „ja, ja! das ist seine Hand,“ sagte er, „ich kenne sie.“

Von der unfreundlichen Behandlung, die er auf dem Rückwege aus Rußland von dem alten Igelström erfuhr, erzählt er in seinem Sommer (seiner letzten Reise nach Rußland) selbst. So fallen — nicht eben sehr selten — die Belohnungen für geleistete, redliche Dienste aus!

[6] Man trifft so viele trübselige Gesichter &c.

Das war in seinem moralischen Ingrimme gesprochen, wo seine Phantasie und die Rückerinnerung an so manche Herabwürdigung der Menschenwürde, besonders in den Residenzen, auf ihn einstürmte. Er empfand dieses damals tief und giebt dieses Gefühl hier zu erkennen. Er wollte aber keinesweges dadurch eine ganze Stadt beleidigen, wie sich von selbst versteht.