Indes begann im Rücken Alexanders eine Bewegung, welche mit außerordentlicher Gewalt um sich griff. Der Haß gegen die fremden Eroberer, vereint mit dem wildbeweglichen Sinn, der zu allen Zeiten die herrschende Klasse der Bevölkerung dieser Lande ausgezeichnet hat, bedurfte nur eines Anstoßes und eines Führers, um in wilder Empörung auszubrechen; und Spitamenes, der sich in seinen hochfahrenden Hoffnungen getäuscht sehen mochte, eilte, diese Stimmungen, das Vertrauen, das ihm Alexander geschenkt hatte, und dessen Fernsein zu benutzen. Die Sogdianer, die mit ihm an Bessos' Flucht und Vergewaltigung teilgenommen, bildeten den Kern einer Erhebung, zu der die Bevölkerung der sieben Städte den ersten Anstoß und vielleicht das verabredete Signal gab; die von Alexander in diesen Städten zurückgelassenen Besatzungen wurden von den Einwohnern ermordet. Nun loderte der Aufruhr auch im Tal des Sogdflusses empor; die nicht große Besatzung in Marakanda schien kaum imstande, ihm Widerstand zu leisten, sie schien dem gleichen Schicksal verfallen. Die Massageten, die Daer, die Saken in der Wüste, alte Kampfgenossen des Spitamenes und durch die Makedonen nicht minder bedroht, durch die Vorspieglung von Mord und Plünderung leicht zur Teilnahme gereizt, eilten sich der Bewegung anzuschließen. In den baktrischen Landen wurde das Gerücht verbreitet, daß die Zusammenkunft der Hyparchen nach Zariaspa, die Alexander angesetzt hatte, bestimmt sei, die Führer des Volks mit einem Schlage über Seite zu schaffen; man müsse der Gefahr vorbeugen, sich sichern, ehe es zum Äußersten komme. Oxyartes, Katanes, Chorienes, Haustanes, viele andere folgten dem im Sogdlande gegebenen Beispiel. Die Kunde von diesen Vorgängen verbreitete sich über den Jaxartes in die Steppen der asiatischen Skythen; voll Mordlust und Raubgier drängten sich die Horden an die Ufer des Stromes, um sogleich bei dem ersten Erfolge, den die Sogdianer erringen würden, mit ihren Pferden den Strom zu durchschwimmen und über die Makedonen herzufallen. Wie mit einem Schlage war Alexander von unermeßlichen Gefahren umringt; der geringste Unfall oder Verzug mußte ihm und seinem Heere den Untergang bereiten; es bedurfte seiner ganzen Energie und Kühnheit, um schnell und sicher den Weg der Rettung zu finden.
Er rückte eiligst nach Gaza, der nächsten der sieben Festen, indem er Krateros gegen Kyropolis, wohin sich die meisten Barbaren der Umgegend geworfen hatten, voraussandte mit dem Befehl, die Stadt mit Wall und Graben einzuschließen und Maschinen bauen zu lassen. Vor Gaza angekommen, ließ er sofort gegen die nicht hohen Erdwälle der Stadt den Angriff beginnen; während Schleuderer, Schützen und Maschinen mit einem Hagel von Geschossen die Wälle bestrichen und rein fegten, war das schwere Fußvolk von allen Seiten her zugleich zum Sturm herangerückt, hatte die Leitern angelegt, die Mauern erstiegen, und in kurzem waren die Makedonen Herren der Stadt; auf Alexanders ausdrücklichen Befehl mußten alle Männer über die Klinge springen; die Weiber, Kinder, alle Habseligkeiten wurden den Soldaten preisgegeben, die Stadt in Brand gesteckt. Noch an demselben Tage wurde die zweite Feste angegriffen und auf die gleiche Weise erstürmt, die Einwohner traf dasselbe Schicksal. Am nächsten Morgen standen die Phalangen vor der dritten Stadt, auch sie fiel bei dem ersten Sturm. Die Barbaren der zwei nächsten Festen sahen die Rauchsäule der eroberten Stadt emporsteigen; einige, aus derselben entronnen, brachten die Nachricht von dem fürchterlichen Ende der Stadt; die Barbaren in beiden Städten hielten alles für verloren, in hellen Haufen stürzten sie aus den Toren, in die Berge zu flüchten. In der Erwartung, daß es geschehen werde, hatte Alexander bereits in der Nacht seine Reiterei vorausgesandt, mit dem Befehl, die Wege um beide Städte zu beobachten; so rannten die fliehenden Barbaren den dichtgeschlossenen Ilen der Makedonen in die Klinge und wurden meist niedergemacht, ihre Städte genommen und niedergebrannt.
Nachdem so in zwei Tagen die fünf nächsten Festen bewältigt waren, wandte sich Alexander gegen Kyropolis, vor der bereits Krateros mit seinen Truppen angekommen war. Diese Stadt größer als die schon eroberten, mit stärkeren Mauern und im Innern mit einer Burg versehen, war von ungefähr fünfzehntausend Mann verteidigt, den streitbarsten Barbaren der Umgegend. Alexander ließ sofort das Sturmzeug auffahren und gegen die Mauern zu arbeiten beginnen, um möglichst bald eine Bresche zum Angriff zu gewinnen. Während die Aufmerksamkeit der Belagerten auf die so bedrohten Punkte gerichtet war, bemerkte er, daß der Fluß, der durch die Stadt herabkam, ausgetrocknet, wie er war, durch die Lücke, die sich dort in der Mauer befand, einen Weg darbiete, in die Stadt zu kommen. Er ließ Hypaspisten, Agrianer und Schützen auf das nächstgelegene Tor losrücken, während er selbst mit wenigen anderen durch das Flußbette unbemerkt in die Stadt hineinschlich, zu dem nächsten Tore eilte, es erbrach, die Seinigen einrücken ließ. Die Barbaren, obschon sie alles verloren sahen, warfen sich mit der wildesten Wut auf Alexander; ein blutiges Gemetzel begann, Alexander, Krateros, viele der Offiziere wurden verwundet, desto heftiger drangen die Makedoner vor; während sie den Markt der Stadt eroberten, waren auch die Mauern überstiegen; die Barbaren, von allen Seiten umringt, warfen sich in die Burg; sie hatten an achttausend Tote verloren. Sofort schloß Alexander die Burg ein; es bedurfte nicht langer Anstrengungen, Wassermangel nötigte sie zur Übergabe.
Nach dem Falle dieser Stadt war von der siebenten und letzten Feste kein langer Widerstand zu erwarten; nach dem Berichte des Ptolemaios ergab sie sich, ohne einen Angriff abzuwarten, auf Gnade und Ungnade; nach anderen Nachrichten wurde auch sie mit Sturm genommen und die Bevölkerung niedergemacht. Wie dem auch sei, Alexander mußte gegen die aufrührerischen Barbaren dieser Gegend um so strenger verfahren, je wichtiger ihr Gebiet war; er mußte sich um jeden Preis in vollkommen sicheren Besitz dieser Paßgegend setzen, ohne welche an die Behauptung des sogdianischen Landes nicht zu denken war; mit dem Blute der trotzenden Gegner, mit der Auflösung aller alten Verhältnisse mußte die Einführung des Neuen, das Transoxiana für Jahrhunderte umgestalten sollte, beginnen.
Durch die Unterwerfung der sieben Städte, aus denen die Reste der Bevölkerung zum Teil in Fesseln abgeführt wurden, um in der neuen Stadt Alexandreia am Tanais angesiedelt zu werden, hatte sich Alexander den freien Rückweg nach Sogdiana erkämpft; es war die höchste Zeit, daß die in Marakanda zurückgelassene und von Spitamenes belagerte Besatzung Hilfe erhielt. Aber schon standen die skythischen Horden, durch die Empörung der sieben Städte gelockt, an den Nordufern des Stromes bereit, über die Abziehenden herzufallen; wollte Alexander nicht alle am Tanais errungenen Vorteile und eine Zukunft neuen Ruhmes und neuer Macht aufgeben, so mußte er die am Strome genommene Position auf das vollständigste befestigen und den Skythen ein für allemal die Lust zu Invasionen verleiden, bevor er nach Sogdiana zurückkehrte; vorläufig schien es genug, wenn einige tausend Mann zum Entsatz von Marakanda geschickt wurden. In einem Zeitraume von etwa zwanzig Tagen waren die Werke der neuen Stadt für den dringendsten Bedarf fertig und für die ersten Ansiedler die notwendigen Wohnungen errichtet; makedonische Veteranen, ein Teil der griechischen Söldner, überdies aus den Barbaren der Umgegend, wer da wollte, und die aus den zerstörten Festungen fortgeführten Familien bildeten die erste Bevölkerung dieser Stadt, der der König unter den gebräuchlichsten Opfern, Wettkämpfen und Festlichkeiten den Namen Alexandreia gab.
Indessen lagerten die skythischen Horden noch immer am jenseitigen Ufer des Flusses; sie schossen wie zum Kampf herausfordernd Pfeile hinüber; sie prahlten und lärmten, die Fremdlinge würden wohl nicht wagen, mit Skythen zu kämpfen, wagten sie es, so sollten sie inne werden, welch ein Unterschied zwischen den Söhnen der Wüste und den persischen Weichlingen sei. Alexander beschloß über den Strom zu gehen und sie anzugreifen; aber die Opfer gaben ihm keine günstigen Zeichen; auch mochte er von der Wunde, die er bei der Einnahme von Kyropolis empfangen, noch nicht so weit hergestellt sein, um persönlich an dem Zuge teilnehmen zu können. Als aber die Skythen mit ihrem Prahlen immer frecher wurden, und zugleich aus Sogdiana die bedrohlichsten Nachrichten einliefen, ließ der König seinen Zeichendeuter Aristandros zum zweiten Male opfern und den Willen der Götter erforschen; wieder verkündeten die Opfer nichts Gutes, sie bezeichneten persönliche Gefahr für den König. Da befahl Alexander mit den Worten, daß er sich selbst lieber der höchsten Gefahr aussetzen, als länger den Barbaren zum Gelächter dienen wolle, die Truppen an das Ufer rücken zu lassen, die Wurfgeschütze aufzufahren, die zu Pontons verwandelten Zeltfelle zum Übergang bereit zu machen. Es geschah; während auf dem jenseitigen Ufer die Skythen auf ihren Pferden laut lärmend auf und nieder jagten, rückten die makedonischen Scharen in voller Rüstung längs dem Südufer auf, vor ihnen die Wurfmaschinen, die dann plötzlich alle zugleich Pfeile und Steine über den Strom zu schleudern begannen. Das hatten die halbwilden Skythen noch nie gesehen; bestürzt und verwirrt wichen sie vom Ufer zurück, während Alexanders Truppen unter dem Schmettern der Trompeten über den Fluß zu gehen begannen; die Schützen und Schleuderer, die ersten am jenseitigen Ufer, deckten den Übergang der Reiterei, die zunächst folgte; sobald diese hinüber war, eröffneten die Sarissophoren und die schweren griechischen Reiter, im ganzen etwa zwölfhundert Pferde stark, das Gefecht; die Skythen, ebenso flüchtig zum Rückzug, wie wild im Angriff, umschwärmten sie bald von allen Seiten, beschossen sie mit einem Hagel von Pfeilen, setzten, ohne einem Angriff standzuhalten, der weit kleineren Zahl der Makedonen hart zu. Da aber brachen die Schützen und Agrianer mit dem gesamten leichten Fußvolk, das eben gelandet war, auf den Feind los; bald begann an einzelnen Punkte ein stehendes Treffen; es zur Entscheidung zu bringen, gab der König drei Hipparchien der Hetairen und den Akontisten zu Pferd den Befehl zum Einhauen; er selbst sprengte an der Spitze der übrigen Geschwader, die in tiefen Kolonnen vorrückten, den Feinden in die Flanke, so daß diese jetzt, von allen Seiten angegriffen, nicht mehr imstande, sich zum fliegenden Gefecht zu zerstreuen, an allen Punkten zurückzujagen begannen; die Makedonen setzten ihnen auf das heftigste nach. Die wilde Hast, die drückende Hitze, der brennende Durst machte die Verfolgung höchst anstrengend; Alexander selbst, auf das äußerst erschöpft, trank, ohne abzusitzen, von dem schlechten Wasser, das die Salzsteppe bot, schnell und heftig stellte sich die Wirkung des unglücklichen Trunkes ein; dennoch jagte er den Feinden noch meilenweit nach; endlich versagten seine Kräfte, die Verfolgung wurde abgebrochen, der König krank in das Lager zurückgetragen; mit seinem Leben stand alles auf dem Spiele.
Indes genas er bald. Der Angriff auf die Skythen hatte ganz den erwünschten Erfolg; es kamen Gesandte ihres Königs, das Vorgefallene zu entschuldigen: es sei die Nation ohne Anteil an diesem Zuge, den ein einzelner Haufe beutelüstern auf eigene Hand unternommen; ihr König bedauere die durch denselben veranlaßten Verwirrungen; er sei bereit, sich den Befehlen des großen Königs zu unterwerfen. Alexander gab ihnen die in dem Gefechte Gefangenen, etwa 150 an der Zahl, ohne Lösegeld frei, eine Großmut, die auf die Gemüter der Barbaren nicht ihren Eindruck zu machen verfehlte, und die, mit seinen staunenswürdigen Waffentaten vereint, seinem Namen jenen Nimbus mehr als menschlicher Hoheit gaben, an welche die Einfalt roher Völker eher zu glauben als zu zweifeln geneigt ist. Wie sieben Jahre früher an der Donau auch unbesiegte Völker ihre Huldigungen darbrachten, so kamen jetzt auch von den sakischen Skythen Gesandte, dem Könige Frieden und Freundschaft anzutragen. Damit waren sämtliche Völker in der Nachbarschaft von Alexandreia beruhigt und traten zum Reiche in das Verhältnis, mit welchem Alexander für jetzt sich begnügen mußte, um desto schneller in Sogdiana erscheinen zu können.
Allerdings standen die Dinge in Sogdiana sehr gefährlich; dem Aufstande, welcher von Spitamenes und seinem Anhange begonnen war, hatte sich der sonst friedliche, arbeitende Teil der Bevölkerung, vielleicht mehr aus Furcht als aus Neigung, angeschlossen; die makedonische Besatzung von Marakanda ward belagert und bedeutend bedrängt, dann hatte sie einen Ausfall gemacht, den Feind zurückgeschlagen und sich ohne Verlust in die Burg zurückgezogen; das war etwa um dieselbe Zeit geschehen, als Alexander, nach der schnellen Unterwerfung der sieben Festungen, Entsatz schickte. Auf die Nachricht davon hatte Spitamenes die Belagerung aufgehoben und sich in westlicher Richtung zurückgezogen. Indes waren die makedonischen Truppen, die Alexander nach dem Fall von Kyropolis abgesandt, in Marakanda angekommen, 66 makedonische Reiter, 800 griechische Söldnerreiter, 1500 schwerbewaffnete Söldner; die Führung der Expedition hatten Andromachos, Karanos und Menedemos, ihnen hatte Alexander den Lykier Pharnuches, der der Landessprache kundig war, zugeordnet, überzeugt, daß das Erscheinen eines makedonischen Korps die Empörer in die Flucht zu jagen hinreichen, im übrigen es besonders darauf ankommen werde, sich mit der sonst friedliebenden Masse der Bevölkerung Sogdianas zu verständigen. Die Makedonen hatten sich, als sie die Gegend von Marakanda bereits von Spitamenes geräumt sahen, denselben zu verfolgen beeilt; bei ihrem Nahen war er in die Wüste an der Grenze Sogdianas geflüchtet; indes war es ihnen notwendig erschienen, noch weiter zu verfolgen, die Skythen in der Wüste, welche den Empörern Zuflucht zu gestatten schienen, zu züchtigen. Dieser unüberlegte Angriff auf die Skythen hatte zur Folge, daß Spitamenes sie zu offenbarem Beistande bewegen und seine Streitmacht mit sechshundert jener kühnen Reiter, wie sie in der Steppe heimisch sind, vermehren konnte. Er rückte den Makedonen auf der Grenze der Steppe entgegen; ohne einen förmlichen Angriff auf sie zu machen oder von ihnen zu erwarten, begann er die geschlossenen Reihen des makedonischen Fußvolkes zu umschwärmen und aus der Ferne zu beschießen, der makedonischen Reiterei, wenn sie auf ihn losrückte, zu entfliehen und sie durch wilde Flucht zu ermüden, an immer anderen und anderen Punkten seine Angriffe erneuernd. Die Pferde der Makedonen waren durch die starken Märsche und durch Mangel an Futter erschöpft, viele von den Leuten lagen schon tot oder verwundet auf dem Platze; Pharnuches forderte, die drei Befehlshaber sollten die Führung übernehmen, da er nicht Soldat und mehr zum Unterhandeln als zum Kämpfen gesendet sei; sie weigerten sich, die Verantwortung für eine Expedition zu übernehmen, die schon so gut wie mißglückt war; man begann, sich von dem freien Felde zu dem Strome zurückzuziehen, um dort unter dem Schutz eines Gehölzes den Feinden Widerstand zu leisten. Aber der Mangel an Einheit und Befehl vereitelte die letzte Rettung; an den Fluß gekommen, ging Karanos ohne Meldung an Andromachos mit den Reitern hinüber; das Fußvolk, in dem Wahne, daß alles verloren sei, stürzte sich in wilder Hast nach, um das jenseitige Ufer zu erreichen. Kaum gewahrten dies die Barbaren, so sprengten sie von allen Seiten heran, gingen oberhalb und unterhalb über den Fluß, und von allen Seiten umzingelnd, von hinten nachdrängend, von den Flanken her einhauend, die an das Ufer Steigenden zurückdrängend, ohne den geringsten Widerstand zu finden, trieben sie die Makedonen auf einen Werder im Flusse zusammen, wo die Barbaren von den beiden Ufern her den Rest der Truppen mit Pfeilen durchbohrten. Wenige waren gefangen, auch diese wurden ermordet; die meisten, unter ihnen die Befehlshaber, waren gefallen; nur vierzig Reiter und dreihundert Mann vom Fußvolk hatten sich gerettet. Spitamenes selbst rückte sofort mit seinen Skythen gegen Marakanda und begann, durch die errungenen Vorteile ermutigt und von der Bevölkerung unterstützt, die Besatzung der Stadt zum zweiten Male zu belagern.
Diese Nachrichten nötigten den König, auf das schleunigste die Verhältnisse mit den skythischen Völkern am Tanais zu ordnen; zufrieden, in der neugegründeten Stadt am Tanais zugleich eine Grenzwarte und eine wichtige Position für künftige Unternehmungen zu besitzen, eilte er, indem er den größeren Teil des Heeres unter Krateros' Führung nachrücken ließ, an der Spitze des leichten Fußvolks, der Hypaspisten und der Hälfte der Hipparchien nach dem Sogdtale; mit verdoppelten Tagemärschen stand er am vierten Tage vor Marakanda. Spitamenes war auf die Kunde von seinem Herannahen geflüchtet. Der König folgte, sein Weg führte über jene Ufergegend, die an den Leichen makedonischer Krieger als Walstatt des unglücklichen Gefechtes kenntlich war; er begrub die Toten, so feierlich es die Eile gestattete, setzte dann den flüchtenden Feinden weiter nach, bis die Wüste, die sich endlos gen Westen und Norden ausdehnt, vom weiteren Verfolgen abzustehen nötigte. So war Spitamenes mit seinen Truppen aus dem Lande gejagt; die Sogdianer, im Bewußtsein ihrer Schuld und voll Furcht vor des Königs gerechtem Zorn, hatten sich bei seinem Herannahen hinter die Erdwälle ihrer Städte geflüchtet, und Alexander war an ihnen, um erst Spitamenes zu verjagen, vorübergeeilt; seine Absicht war nicht, sie ungestraft zu lassen; je gefährlicher dieser wiederholte Abfall, je wichtiger der sichere Besitz dieses Landes, und je unzuverlässiger eine erzwungene Unterwerfung der Sogdianer war, desto notwendiger erschien die größte Strenge gegen die Empörer. Sobald Alexander vom Saum der Wüste zurückkehrte, begann er das reiche Land zu verwüsten, die Dörfer niederzubrennen, die Städte zu zerstören, bei zwölf Myriaden Menschen sollen bei dieser greuelhaften Züchtigung niedergemetzelt worden sein.
Nachdem auf diese Weise Sogdiana beruhigt war, ging Alexander, indem er Peukolaos mit dreitausend Mann zurückließ, nach Zariaspa im Baktrianischen, wohin er die Hyparchen des Landes zu jener Versammlung berufen hatte. Mögen die Baktrier, geschreckt durch das harte Gericht, welches über Sogdiana verhängt worden, sich nun unterworfen, oder von Anfang her ihre Teilnahme für die Empörung minder betätigt haben, jedenfalls fand Alexander militärische Unternehmungen gegen sie für jetzt nicht nötig, und von einer Bestrafung des vielleicht beabsichtigten Abfalls in Baktrien ist nicht mehr als eine unsichere Notiz überliefert. Diejenigen von den Großen, welche mit in den sogdianischen Aufstand verwickelt waren, hatten sich in die Berge geflüchtet und hielten in den dortigen Felsenschlössern sich für sicher.