„Ihr könnt nicht anders, so sind die Gewalten,

Die Sternenkräfte, die sich nur entfalten,

Ein solcher Mensch ist nur ein Samenkorn,

In welchem wächst und reift des Schicksals Zorn,

Die andern traf ein lichter Sternenblick,

In ihnen sproßt das Firmanentenglück,

Trägt jeder um sich ein siderisch Haus

Und kann aus seiner Heimat nicht heraus,“

so hat sie diese Wahrheiten aus Böhmes „Morgenröthe“ geschöpft. Denn hier lesen wir:[432] „Das haupt (des Menschen) hat in sich die 5 sinnen / als sehen / hören / riechen / schmäcken und fühlen / darinnen qualificieren die sternen und elementa, und entstehet darinnen der Siderische / Sternen- und Natur-geist in Menschen und Thieren / in diesen quillet böses und gutes / dann es ist ein hauß der sternen. Solche krafft nehmen die sternen vom himmel / dass sie im fleisch können einen lebendigen und bewegenden geist machen in Menschen und Thieren.“ Der Einfluss der Sterne auf die Menschen zum Guten und Bösen sowie die Vorstellung, dass jeder ein „siderisch Haus“ ist, finden wir hier und bei Tieck ganz ähnlich ausgesprochen. Mit seiner Neigung zum Fatalistischen weicht Tieck wieder von J. Böhme ab. Böses und Gutes in den Creaturen rührt nach Böhme[433] aus den Sternen her. Allein nur Engel und Teufel sind in entschiedener guter und böser Qualität. Für diese Geschöpfe gibt es kein Schwanken mehr. Im Menschen und in den anderen Creaturen kämpfen beide Qualitäten und der Mensch kann sich selbst dem Guten oder Bösen zuwenden. Während Böhme entschieden die freie Selbstbestimmung des Menschen aufrecht erhält, macht Tieck den Menschen zum „Samenkorn, in dem des Schicksals Zorn reift“.[434]

Winfreda sagt zu ihren Besuchern:[435]