Nun hätten wir endlich noch ein paar Nachklänge aus Jakob Böhme anzuführen, in denen seine mystische Offenbarung mit theologischen Lehren des Christenthums sich vereinigt und das ist auch die einzige Stelle in der „Genoveva“, an der man etwas von jener Betrachtung des Christenthums im Lichte Jakob Böhmes spürt. Es ist dies die Sterbevision der heil. Genoveva,[458] in der schon Friesen Böhmes Einfluss wahrnahm.[459] Genoveva sieht in der Ekstase die himmlische Herrlichkeit.

„Wohin ich blickte, sah ich Blüten prangen,

Aus Strahlen wuchsen Himmelsblumen auf...“

Über diese himmlischen Blumen und Blüten handelt auch Böhme...[460] „auch so gehen in diesen (himmlischen) cräfften auff allerley blumen mit schönen himlischen farben und geruch“.

In der Strophe über die Trinität schließt sich Tieck recht deutlich an Böhme an, dessen Ausdeutung des Trinitätsmysteriums sich von der kirchlich-theologischen auffallend unterscheidet.

„Der Sohn war recht des Vaters Herz und Liebe,

Der Vater schaffende Allgegenwart,

Der Geist im unerforschlichen Getriebe,

Das ew’ge Wort, das immer fort beharrt;

Und alles wechselnd, nichts im Tode bliebe,