Und röter wird der Rosen Mund,
Die Wiese wird von Pflanzen bunt,
Sommerlüftchen spielen aus den Zweigen,
Sich häuslich ems’ge Bienen zeigen
Die goldensten Mondstrahlen schmeichelnd niedersteigen,
Um Euer holdes Haupt die Glorie zu flechten,
Euch dient Natur mit allen ihren Mächten.“
Am Schlusse der Scene aber, mit dem endgültigen Scheitern der Liebeshoffnung hat sich für Golo sogleich auch die Natur verändert, die düstere Schicksalsstimme spricht aus derselben zu ihm: „Hört, da singt’s in Wolken, aus Wassern, aus dem tiefen Thal herauf: Wo die stillen Bächlein gehn —“ Als Genoveva unschuldig zum Tode gehen soll, ist es ein „trüber Tag, dicke Nebel liegen auf den Bergen und Wäldern“.[573] Grimoald, dem das Mordhandwerk nicht recht vom Herzen gehen will, „zittert vor der Morgenluft“, die schwarzen Weiden im Thale rauschen, als wenn sie in die Klage der Mutter einstimmten und ihren Bitten Gehör gäben. Da ruft Genoveva den Mördern zu:
„O seht, die Sonne will nicht niederscheinen
Auf solche That, es will das Aug’ der Welt