Deinen Brief erhalte ich so eben, und da ich daraus sehe, daß deine französische Phisiognomick bald fertig werden wird, bewegt mich dies, dir gleich wieder zu schreiben. Habe die Güte mir zwölf von den ersten Exemplaren zuschicken zu lassen, ich getraue mir diese, vielleicht noch mehrere abzusezzen. Nur wünsche ich freilich sie gleich zu Anfang zu haben wenn das Buch herauskommt und Sensation macht.
Tobler wird dich näher zu uns bringen als viele Briefe nicht thun würden. Man ist niemals im Stande, dem Freunde das von sich zu schreiben, was ihme am intereßantesten wäre, weil man eigentlich selbst nicht weiß, was an einem intereßant ist.
Grüße Toblern und Pfennigern recht herzlich.
Den Taßo werdet ihr nun haben.
Von Knebels Hegire hat wohl Tobler gesprochen.
Lebe wohl, schreibe und schicke bald.
Weimar den 3. Dez. 1781.
G.
39.
Der Fürst Dessau, der uns heute sehr angenehm überraschte, hat sich wie ich hoffte sehr gut mit dir gefunden, ich gönne dir, daß du diesen merkwürdigen Sterblichen auch hast kennen lernen. Da die Nachricht kam du seyst in Frankfurt sagte die Herzoginn er kommt gewiß, der H. er wird wohl kommen, und ich sagte ich glaub es nicht. Leider war meine Divination die richtigste. Schön, sehr schön wäre es gewesen. Nun es konnte wohl nicht seyn.