Traurig, Midas, war dein Geschick: in bebenden Händen
Fühltest du, hungriger Greis, schwere verwandelte Kost.
Mir, im ähnlichen Fall, geht's lust'ger; denn was ich berühre,
Wird mir unter der Hand gleich ein behendes Gedicht.
Holde Musen, ich sträube mich nicht; nur daß ihr mein Liebchen,
Drück' ich es fest an die Brust, nicht mir zum Mährchen verkehrt?

CI.

Ach, mein Hals ist ein wenig geschwollen! so sagte die Beste
Aengstlich. - Stille, mein Kind! still! und vernehme das Wort:
Dich hat die Hand der Venus berührt; sie deutet die leise,
Daß sie das Körperchen bald, ach! unaufhaltsam verstellt.
Bald verdirbt sie die schlanke Gestalt, die zierlichen Brüstchen.
Alles schwillt nun; es paßt nirgends das neuste Gewand.
Sey nur ruhig! es deutet die fallende Blüthe dem Gärtner,
Daß die liebliche Frucht schwellend im Herbste gedeiht.

CII.

Wonniglich ist's, die Geliebte verlangend im Arme zu halten,
Wenn ihr klopfendes Herz Liebe zuerst dir gesteht.
Wonniglicher, das Pochen des Neulebendigen fühlen,
Das in dem lieblichen Schoß immer sich nährend bewegt.
Schon versucht es die Sprünge der raschen Jugend; es klopfet
Ungeduldig schon an, sehnt sich nach himmlischem Licht.
Harre noch wenige Tage! Auf allen Pfaden des Lebens
Führen die Horen dich streng, wie es das Schicksal gebeut.
Widerfahre dir, was dir auch will, du wachsender Jüngling -
Liebe bildete dich; werde dir Liebe zu Theil!

CIII.

Und so tändelt' ich mir, von allen Freunden geschieden,
In der neptunischen Stadt Tage wie Stunden hinweg.
Alles, was ich erfuhr, ich würzt' es mit süßer Erinn'rung,
Würzt' es mit Hoffnung; sie sind lieblichste Würzen der Welt.

CIV.

Sauber hat du dein Volck erlöst durch Wunder und Leiden
Nazarener! Wohin soll es dein Häufchen, wohin?
Leben sollen sie doch und Kinder zeugen doch christlich,
Leider dem früheren Reiz dienet die schädliche Hand.
Will der Jüngling dem Uebel entgehn, sich selbst nicht verderben,
Bringet Lais ihm nur brennende Quaalen für Lust.
Komm noch einmal herab du Gott der Schöpfung und leide,
Komm, erlöse dein Volck von dem gedoppelten Weh!
Thu ein Wunder und rein'ge die Quellen der Freud und des Lebens
Paulus will ich dir seyn, Stephanus wie du's gebeutst.

CV.