“Nein, nein”, versicherte das Kind, “ich denke schon daran.”

Nun waren sie bei dem Haus angekommen. Hier hielt es die Frau Oberst für richtig, das Wiseli seinen Weg allein machen zu lassen. Denn nach allem, was sie bemerkt hatte, mußte es ihm nicht schwer werden, ihn zu finden. Sie verabschiedete das Kind an der Ecke und sagte ihm, am Morgen werde sie wieder herunterkommen und sehen, wie es ihm in dem neuen Haushalt gehe. Und wenn der Schreiner Andres etwas brauche, das nicht da sei, so solle es zu ihr kommen.

Wiseli ging nun zuversichtlich durch das Gärtchen und machte die Haustür auf. Es wußte, daß der Andres drinnen in der Kammer hinter der Stube liege. So trat es leise in die Stube ein. Darin war niemand, aber es war schön aufgeräumt, noch von der alten Trine her. Wiseli schaute alles gut an, wie es sein müsse.

An der Wand hinten in der Stube stand ein Bett. Der Vorhang davor war fast zugezogen, aber Wiseli konnte doch sehen, wie schön und sauber es aussah, und es fragte sich, wer da schlafe. Jetzt klopfte es leise an die Kammertür, und auf den Ruf des Andres trat es ein und blieb ein wenig scheu an der Tür stehen. Andres richtete sich auf in seinem Bett.

“Ach, ach”, sagte er, halb erfreut und halb erschrocken, “bist du es, Wiseli? Komm, gib mir die Hand.” Wiseli gehorchte. “Bist du auch nicht ungern zu mir gekommen?”

“Nein, nein”, antwortete Wiseli.

Aber der Schreiner Andres war noch nicht beruhigt.

“Ich meine nur, Wiseli”, fuhr er wieder fort, “du wärst vielleicht lieber nicht gekommen. Aber die Frau Oberst ist so gut, und du hast ihr vielleicht einen Gefallen tun wollen.”

“Nein, nein”, versicherte Wiseli noch einmal, “sie hat gar nicht gesagt, daß es ihr ein Gefallen sei. Sie hat mich gefragt, ob ich gehen wolle, und ich wäre auf der ganzen Welt nirgends so gern hingegangen wie zu Ihnen.”

Diese Worte mußten den Andres ganz beruhigt haben. Er fragte nichts mehr, er legte seinen Kopf auf sein Kissen zurück und schaute stumm das Wiseli an. Dann mußte er sich auf einmal umdrehen und immer wieder über seine Augen wischen.