„Du brauchst dich nicht darüber aufzuregen, Hans, aber du wirst ja selbst wissen, sie ging schon längst, bevor du sie kanntest, — — — . . .“
Und ich, die Fäuste geballt, verhaltenen Zorns: „Josef, bitte sei ruhig, ich weiß alles, ich weiß es.“ Ich zittere am ganzen Körper. Ich hatte immer so Angst davor gehabt. Aber es hat mich doch irgendwie befreit. Es ist heraus . . .
Doch nachdem wir uns verabschiedet haben, mache ich mich langsam auf zu Andre. Andreas Söraas, stud. ing., Schellingstraße 62, III. Ich treffe ihn bei der Arbeit. Mitten in Zirkeln, Linealen, Karten, Rechtecken, Winkeln. Ja, er ist ein kleiner, blonder Junge, zwanzig Jahre alt, sehr kräftig, mit sehr blauen Augen.
„Sie entschuldigen, B. ist mein Name, aber Sie scheinen näher für diese Dame interessiert . . .“ auf das Bild hindeutend, das unmittelbar vor ihm auf seinem Schreibtisch steht . . .
Und er sofort: „Ja, sie hat vorgestern nacht bei mir geschlafen.“
„Verstehen Sie: sie ist meine Frau.“
Und gesteigert: „Sie werden wissen, was das heißt: meine Frau, Herr Söraas . . . haben Sie ihr Geld gegeben? . . .“
„Was denken Sie, nein“ . . . Einfach. Ohne mit den Augen zu zwinkern.
Und mein Blick fällt auf das Bett, das links in der Ecke steht. Es ist sehr breit. Das beunruhigt mich . . . Er scheint sehr zufrieden zu sein. Es ist sehr sauber bei ihm. Er ist sehr gut eingerichtet. Ich denke an unsere Wohnung in der Quellenstraße 16. Und wie wir jeden Abend aus jener blendenden Lichterfülle, bunt belebt, voll schöner, sanfter Damen, tänzelnder Equipagen, flimmernder Kavaliere immer wieder ganz ergeben in unser Dunkel tauchen, verworren, ölig und dumpf . . .
Er ist auch gar nicht aufgeregt. Er lächelt.