Kurt nahm von Frau Schaa Abschied.

Nach Ablauf dreier Tage erkundigte sich Kurt beim Photographen, der betrübt im kleinen Haus saß. Frau Schaa war fort.

Die Mutter litt die Rose am Matrosenanzug Kurts nicht.

Kurt überlegte ernstlicher, wie das Reisegeld aufbringen. Er bemerkte den Striemen über der rechten Wange seiner Mutter und glaubte, er müsse noch verweilen. Sie versetzte ihm eine Ohrfeige, er schlug wieder. Er erinnerte sich der Nacht, da er neben ihr schlief . . .

Er schlief nicht mehr zu Hause. Auf einer Bank im Park lag er. Er dachte an die Schaa, und daß es süß sein müsse, von ihr geschlagen zu werden. Er sehnte sich nach ihr. Menschen hingen über den Bänken: schlapp, den Hut im Gesicht, die Beine vorgestreckt; es waren Tote.

Er träumte einen Vogel, der sich aus einem Moortümpel aufhob. Der flog vor ihm her. Er wanderte zu. Er kreuzte unbekannte Morgen- und Abendländer. Der Vogel aber schwebte über ihm, des Nachts als Feuerschein oder Stern, des Tags als Wolke, bei nahendem Abend in Sonne ertrinkend.

Kurt hatte nichts zu essen. Aber er hungerte weder, noch litt er Durst. Auf glühenden Wiesen lagen Früchte bereit, in den Wäldern rauschten Milchquellen.

Er verträumte den Tag. Die Kameraden spielten Soldaten, er war nicht dabei.

Plötzlich aber stürzte er sich, von ferne aufgeschreckt, mitten unter sie.

Er hetzte durch die Nacht, bis er ermüdet zusammenbrach.