„Schad, schad . . . So a hübsch Weiberl, erst ihre achtzehne alt, drei Tag erst verheirat, a Kreuz is, wenn is sag, und springt die eim zum Fenster nunter, heut früh, um halb siebene . . .“

Es verfinsterte sich.

Doch gleich wieder sprang Licht auf.

Dienstmädchen, Marktweiber, Küchenfrauen in breiter Front über den Fahrdamm . . . der Schlüsselbund der Frau Lüttich klirrte. Eine tiefe Stimme (und ein Polizeimann warf die Hand): „Sie, Herr, gebens acht, daß net neintretn.“

Es qualmte, klingelte, rauschte weiß. Eine Masse teilte sich, wich zurück, in die Knie —: Kreuz, Weihrauchkessel, Priester, Trauerwagen, gefranstes Wieherpferd . . .

Schwenkte und schwand. —

Als Hans Marterer aus der Betäubung erwachte, las er: Grubenstraße. Eine Glocke schlug, mittel und bestimmt. Die Schule war aus. Kinder wälzten sich, farbige Würfelströme. Das überschlug sich kreischend, zerflutete. Zuletzt

kam der Schulinspektor, blickte nach allen Seiten um, grüßte wen in der Ferne, stieg in die Tram.

Hans Marterer fuhr weiter:

„Ist der ihr nachgelaufen? In der ersten Nacht, in der zweiten Nacht und wieder in der dritten? Keuchend? Nackt? Fürchtete sie sich vor ihm? Glaubte sie wohl, von ihm ermordet zu werden? Sie wußte ja wahrscheinlich gar nichts von alledem . . . Hat er sie geschlagen? Zu Boden geworfen? Brutal? Doch untergekriegt? . . . Aber auf jeden Fall: sie ist um halb sieben heute früh — jetzt ist es dreiviertel fünf! (schaute auf die Uhr) — zum Fenster hinuntergesprungen, war achtzehn Jahre alt — hört ihr! — und drei Tage verheiratet.“ Und das in einem anklägerischen Ton, als drängten viele um ihn.