An einem Instrumentenladen, einer Tischlerwerkstatt, einer Vogelhandlung kam er vorüber. Grüne, rote, silbern schillernde Vögel saßen auf weißgestrichenen Stäben in goldenen Käfigen. Ein Papagei sprach. Weiße Mäuse rannten durcheinander. Wie irrsinnig. Die hatten blutunterlaufene Äuglein.
Er erinnerte sich wieder des Jagdgehilfen. Jene Wirtschaft aber hieß: „Die frohe Welt“.
„Das ist der Unterschied“, bei sich.
Doch aufschreckend:
„Die gehen nun vielleicht Arm in Arm miteinander. An einem Tag, der schön ist. Einem Sonntag vielleicht. Die treffen sich irgendwo in der Stadt, vor einem Café, unter einem Torbogen, am Bahnhof oder er holt sie ab oder auch umgekehrt. Sicher trägt sie einen großen weißen, runden
Strohhut mit Flatterbändern. Doch die Bluse, die ist noch nicht ganz zu — sie hat ja so Eile gehabt! —, und so richtet sie an sich, zieht an sich herum, die erste Strecke des Wegs . . . und dann erst ist alles in Ordnung. Er hat aber immer noch etwas an ihr auszusetzen, Hut zu tief im Gesicht, Rock zu weit, Gürtel zu locker, nicht in der Mitte . . . und so frozzelt er sie, bis die sich endlich losreißt:
„Du Frechling!“ und schmollt.
Er aber greift sie wieder, sagt irgendein böses Wort, da aber hält sie ihm lachend den Mund zu —: und dann küssen sich die beiden herzlich, wenn niemand herschaut. Man trinkt sich satt aneinander, bleibt ganz für sich, unter Bürgermenschen, Tanzmusik, Karussellorgeln, Dampfergewimmel, vaterländischen Vereinen.
So war wohl jeder schon einmal fröhlich, jubelte, hatte er seine Liebste heimgebracht: „O du, du meine liebe Kleine!“
Wie koste ich meine eigene Jugend aus! Die ist ein schwingendes Plateau hoch auf schlanken Zedernsäulen unter einem freundlichen Blinkstern. Das alles, das eines Tages verschwunden war. Und die neue Landschaft war da, die endlose Öde unter Brennsonne und verwunschenem Mond . . .