Freiland! Freiland!
Lauter Jubel ist in mir; lauter, laut aufjauchzender unbändiger Jubel!
Freiland! Freiland!
Und nun wieder still, still, und ich lächle und sehe.
Durch einen grauen Dämmer muß ich und durch alle Fährlichkeiten der sieben Berge, vorüber an Drachen und Gewürm, an Riesen und Hunden mit feurigen Augen, groß wie Wagenräder, und über gefährliches Zaubergelände mit Fiebermoor und großen, schwülen Blumen, zwischen denen böse, schöne Fabelwesen hausen und irre Lichter schweben, bis ich zu einem Walde komme; da wird es still.
Da rauscht und leuchtet buntes Gefieder zwischen dunklen, dichten Wipfeln, da huschen Sonnenstrahlen in träumerischer, neckender Verlorenheit, da sprießen heimlich wunderbare Blumen, und da wogen kostbare Düfte seltener Kräuter über helle Wiesen zu mir her, und wie im Traum geh ich durch milde, heimliche Märchenlichter.
Da klingen aus blauen, sonnenzitternden Dämmerungen glockenreine Melodien, und zierliches Getier schlüpft durch Gras und Laub und blickt mich an mit zutraulichen, klugen Augen.
Und wie ich so auf stillen Waldpfaden hinwandre durch streichelndes Laub und schmeichelnde Lüfte, über blumige Wiesen, und mehr und mehr der Lärm der Welt hinter mir erstirbt, da komme ich zu einer hohen, hohen Mauer, die dehnt sich weithin durch die finstren Schauer himmelanrauschender Edeltannen. So weit ich blicken kann, klettert dunkler Efeu hinauf, und Teufelszwirn ballt sich hernieder in graugrünen Dunstwolken, und dazwischen weit, weithin entfacht mit freundlichen Lichtern unzählige Blüten von Dornrosen.
Aber da ich ein Sonntagskind und ein Berufener bin, weicht das Dickicht willig vor meinen Schritten, und eine Pforte tut sich auf, und sicher und mühelos schreite ich durch das dicke, trotzige Mauerwerk.
Dann bin ich in einer andren Welt.