Heller scheint hier die Sonne, und heimlicher sind die Schatten, klarer die stillen Wasser und fröhlicher das Geriesel lebendiger Bäche, grüner die Wiesen und Hügel. Mächtiger gipfeln sich hier die Wälder in die Wolken; mit heißeren Farben und Düften glühen die Blumen, üppiger und immer üppiger spreizen Pflanzen und Kräuter seltsame Blätter, und in tieferen Farben brennen bei Auf- und Niedergang die Himmelsbreiten. Große, schöne Menschen haben sich hier zusammengefunden, geschwisterlich, ein König jeder in Freiheit und in der Seligkeit weltfernen Glückes.

Kräftiger ist das Mark in ihren Knochen, und freier strahlt ihr Blick der Welt entgegen, und wie der Blitz folgt dem Gedanken die Tat. Geeint leben sie in Freiheit; nicht mit der zagen, feigen, schielenden Neigung der anderen, die sich ärmlich und ängstlich und sich selbst mißtrauend zwischen Gesetzen und Normen hinfristet.

In ewigen Sommertagen leben sie hin, in Festen, himmelanjauchzenden, herrlichen Gleichnissen, wie das Leben treibt und glüht, wie die Lebenssäfte mächtig durch die Adern der Welt brausen und der blöde Staub sich mit der tausendfältigen Pracht berückender Gebilde in die blaugebreiteten Unendlichkeiten faltet …

Weite, lichte Nacht. Warme, blühende, duftende Sommernacht mit der endlos gebreiteten Pracht der Gestirne.

Tausend Lieder irren unter dem hellen Mond aus Blütenwolken und Laubdämmerungen und …

Still! Still!

Eine Musik hör ich, nah und fern, in allen Nähen und Weiten, einen einzigen millionenstimmigen Akkord. Das ist das Lied der Kraft. Das ist die Kraft. Das bist du, das bin ich, das ist alles, alles, und die Kraft, die einzige, einige, eine. Und aus ihrem Wandel und Wechsel tönt es mit neuer, ungestümer Lebenslust, das alte, wildfreudige Zornwort: Ça ira! Ça ira!


Und andere Weisen hör ich nun. Alte, uralte Lieder. Und doch neu, immer wieder neu und ewig neu.