Not, ewige Not! – Kommt das Ende? – Und welches?? …
An den Sternen hin ziehen die weißen Wolken, und die Winde rauschen; raunen mit lieben, heimlichen Stimmen und kräuseln glitzerndes Laubwerk, schaukeln schwankes Geäst, gleiten mit blinkenden Schauern über die breiten Wasser. Und das Licht durch Nebel und zarten Dunst, durch millionenfältigen Widerstand plumpen Stoffes, nieder durch klare Höhen. – Das Licht – das Lied …
Reimverbunden vier arme Verse und eine simple Weise; ungefüge Stimmen in rauher, unbewußter Andacht.
Aber es ist nichts in allen Nähen und Weiten, nichts, nichts als dieses Lied und eine heimatliche Welt, die nun offenbar wird, und alle die zahllosen Seelen und eine einzige, unendliche Seele.
Nun sind die Höhen und Tiefen und Breiten ein Spiel, und Minuten, Stunden, Tage, Jahre und Jahrtausende ein schelmischer Trug.
Und nur die offenbaren Seelen und im zeitlosen Selbstfrieden die eine, offenbare Seele.
Ich sehe das bunte Spiel der vielen, das die ewige Ruhe der einen ist. Und in mir leben die Schauer der Wiedergeburt ewiger Religion und ewiger Vereinigung.
Dieses zitternde Pappellaub, hoch, schlank, dunkel in das weiße Licht hinein, dieser schimmernde Birkenstamm, traulich geducktes Buschwerk, diese gleitenden Wellen, diese Hand, die ich gespreizt gegen das Licht halte, mit dem Geflecht ihrer Adern, mit ihren wunderlichen Linien, mit Sehnen, Muskeln und Knochen: alles, alles ist das ewige Spiel ihrer Kraft und ihr neckisches Versteck, hinter dem sie sich selbst sucht und jubelnd sich findet und immer, immer wieder findet.