Ich muß lächeln, daß ich es so gar nicht verstehe, daß es mir ist wie ein fremder, leerer Klang; und wie lange ist’s her, da rief ich’s selbst in meiner Bedrängnis!
Alles hin. Alles vergessen.
Vergessen? Könnt ich dann staunen in diesem ernsten Glück, staunen wie über etwas Unermeßliches, Unbegreifliches? Nein, auch der Akkord mischt sich hinein in mein Träumen.
Nicht vergessen: überwunden …
Das ganze Leben ein quälendes Suchen und seliges Finden solcher Augenblicke. Die Welt ist so groß und weit und tief, so unergründbar tief, und doch darf der Tag sie einem verdunkeln …
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Das schlummernde Dorf da draußen.
So ärmlich, niedrig, gemein alles, wenn es der Tag ins Helle bringt. Die staubigen Wege, die rissigen, wetterverwaschenen Lehmmauern der Katen und Ställe; die Menschen: häßlich, schmutzig in ihrem groben Arbeitskleid, niedergedrückt von der Last ihrer Arbeit; die hundert Laute emsigen Lebens; aufdringlich, wirr, verwirrend alles in seiner dürftigen Enge. Und nun weitet sich’s in großen, ruhigen Linien so wunderlich in die atmende Nacht hinein …
Wie es rauscht durch die lichte Stille und rauscht und rauscht!
[pg 60] Als hörte man die goldenen Welten da oben auf ihren einsamen Bahnen durch die eisige Unendlichkeit des Raumes mit der Pracht und dem Grauen ungeahnter Tage und Nächte, mit den unerhörten Wundern all ihres Lebens, mit der grausigen Öde ihres Todes.