Und hier, unter mir, mit ihnen die Erde mit all ihren geschauten und doch ebenso unergründlichen Wundern.

Und dort, unter den niedrigen, mondhellen Dächern, spinnt sich das Leben weiter. Da ringt es, Raum gebend, mit Todesschauern; da müht es sich mit seinen großen und kleinen Sorgen; da schlummern die, die sich gerecht und ungerecht, gut und böse, gemein und edel, arm und reich, schön und häßlich nennen und alle doch unter dem Zwange unerforschter Gesetze stehen, da schlummern sie, die Schönheit des gleichen Friedens auf ihren Gesichtern. Da wächst es aus heimlichen Umarmungen auf zu unbekannten Schicksalen …

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Weiter! Hin über das mondlichte Feld.

Die weiten Ährenwogen nicken und knistern unter der Last ihrer Reife und verschwimmen in den Lichtglast hinein. Aus der braunen Erde falten sich Pflanzen und Kräuter mit stiller, wohliger Kraft hinauf, hinauf in das Licht, in die Luft. Nächtliches Getier geht auf seinen verborgenen Pfaden in Furchen und Feldern, über Wiesen, durch wispernde Sträucher, über dämmernde Wege, oder ruht im Frieden schwarzer Schlüfte. Und die einsamen Hügel draußen im Land: nur der lichte Himmel weit drüber hin, und der Nachtwind frisch über die Gräserchen [pg 61] und Blümchen, und aus dem Tal herauf rastlos das Rauschen der Mühlen. Die Wiesen, mit wallenden weißen Nebeln drüber und flinkerndem Tau. Die glitzernden Wässerchen rieseln hindurch zu den Bächen, zu den Flüssen, den Strömen, weiter, weiter in ferne, endlose, monddämmernde Meere. – Durch die Nacht der Wälder das Brausen unzähliger Wipfel und hundert heimliche Laute. Oben auf den ragenden Kronen der weiße Glanz, zwischen Ästen und Zweigen, am bebenden Laub, an den alten Stämmen hinspielend, nieder auf Gräser und taufunkelnde Blumen.

Hin über Länder und Meere, über Gefilde, Weiler und Dörfer, Städte, Seen und Berge. Hin über die weite Erde bis zu all den Tiefen und Höhen, die noch kein Mensch erreichte, die viel zu gewaltig sind für unser armes Gehirn, vor denen selbst unsere Träume zurückschrecken …

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Flaches Land im Monddunst.

Soweit man blicken kann, am Horizont hin mächtige Häusermassen in bläulichem Dämmer, wie ein Gebirge breit in den Himmel hinein. Häuser, Häuser und Häuser. Und es wächst und wächst und dehnt sich weiter und immer weiter, beängstigend weit in das Land hinein. Oben drüberhin ein roter Lichtdunst, der sich im breiten Halbkreis schmutzig und trüb in die sternfunkelnde Klarheit dehnt.

Hier gibt es keine Nacht. Nimmermüde rauscht hier das Leben durch die breiten, hellen Straßen. Millionen und aber Millionen rastloser Kräfte: hier kreuzen sie sich in tausend und aber tausend Verfeinerungen.