Lang reck ich die Beine unterm Tisch und gähne, weißt du, so in einer angenehmen Lässigkeit, in behaglicher Langenweile.
Was nun gleich anfangen?
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Vielleicht schreiben? Wieder einmal irgend etwas schreiben? Ich ziehe mir ein Bündel Manuskripte vor, knote das bunte Fädchen drumherum auf und fange an zu suchen.
Vielleicht dies oder jenes Angefangene weiterführen, zu Ende bringen? Aber cui bono? –
Der Wahlspruch eines Freundes fällt mir ein, auch so eines glückseligen Faulpelzes, wie ich jetzt einer bin.
Cui bono? Daß Gewisse dann nachher wieder einmal Gelegenheit zu einer heilsamen Lungengymnastik bekommen?
Oder mir etwa zulieb? – Nein! – Ich find es wirklich gedeihlicher, in dieser friedsam eingezäunten Welt runde Backen zu bekommen. Man muß doch auch für den Winter wieder etwas zuzusetzen haben!
[pg 76] Es macht mir aber doch Lust, so in dem papierenen Kram umherzublättern. Was liest man nicht alles zwischen den Zeilen! Aus dem Sicheren heraus einem da so zuzuschauen, wie er sich müht und abquält, mir selbst.
Schreiben! Cui bono? – Ja, du prächtiger, gescheiter alter Junge, der du so ein unübertrefflicher Lebenskünstler bist: bei einem guten Essen, bei einem klugen Weibe, auf deiner Chaiselongue unterm japanischen Schirm mitten zwischen allerlei lustigem Krimskrams bei einem vernünftigen Buch oder einer träumerischen Zigarre oder in unserem vertraulichen Kreise.