Es sind so merkwürdige Augenblicke!
Anfangs hör ich noch, wie die Bälge fauchen und wie das alte, stockige Gestell gar nicht parieren will; wie die [pg 84] Auskehrfrau vor der Tür mit einem alten Weibe einen Diskurs macht zwischen ihrer Arbeit, und ich muß an seinen kahlen Schädel, an seine sechs Gören, an seine Abcschützen und sonstigen Quark denken; aber dann kommt es über mich mit einer süßen, seligen Unruhe, und ich vergesse alles. –
Und heute hab ich sogar meinen alten, guten, dicken Meister Loebe vergessen, den gesegnetsten der Männer …
Im Wind
Immer dunkler. Immer trüber.
Ein über das andere Mal laß ich das Buch sinken, aus dem ich zu lesen versuche.
Überall feucht und kalt die graue Stille.
Wenn in der Nachbarschaft nur ein Kind schrie, ein Huhn gackelte oder unten im Hause sich etwas regte! Ein Ruf, ein Lachen, das Klappen einer Tür. – Nichts. –
Nur der Wind im Rauchfang, der sich durch alle Halb- und Vierteltöne der Tonleiter hinauf- und hinabquält. Und draußen das Sprühen und Rieseln, das langsam den dicken Straßenstaub in eine schwarzbraune Schmutzschicht zusammenfeuchtet.
Wie mit Stecknadeln bohrt sich’s mir in alle Nerven.